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Thema: AF festigen/überarbeiten

  1. #1
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    Standard AF festigen/überarbeiten

    Hallo ins Forum - wir wollten eigentlich das Überwasserschiff unseres neuen alten Bootes überarbeiten, aber nach dem ersten auskranen fanden wir eine Überarbeitung des Unterwasserschiffs doch erst einmal dringlicher.

    Das Boot ist in den letzten Jahren jeden Herbst von einer Werft untenrum rasch überpinselt worden. Wir versuchen noch in Erfahrung zu bringen, womit genau.
    In jedem Falle platzte viel vom alten Antifouling beim kärchern ab. Zum Teil 3-4 Lagen tief.

    Siehe Foto.

    Die graublaue Schicht, die man erkennen kann, die scheint fest zu sein.
    Wir würden versuchen, uns mit schleifen der blaugrauen Schicht zu nähern. Bzw. wenigstens alles, was nicht superfest ist abzuschleifen.
    Der Rumpf ist in seiner Struktur völlig ok, soweit wir das sehen...


    Frage: gibt es eine Art "Grundierung" für neues AF die auf alten (aber festen) Schichten hält und sie sogar noch festigt? Quasi ein Vermittler?

    Darüber würden wir dann gern eine neues AF (nach Forums-Empfehlung) auftragen.

    Liegeplatz ist Stralsund. Hoher Seepockenbefall ist garantiert...

    Auf dem Vorgängerboot (Varianta 65) hatten wir jahrelang sehr (!!!) gute Erfahrungen mit VC17M extra gemacht. Auch wenn dieses Dünnschichtantifouling eigentlich nur für schnellere Boote geeignet zu sein scheint.

    Wie sollten wir nun hier bei unserem Langkieler vorgehen?

    Danke für den entscheidenden Tip und Grüße, Felix
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  2. #2
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    Standard AW: AF festigen/überarbeiten

    Hallo Felix,
    es gibt Grundierungen die auf unbekannten Antifoulings verwendet werden wenn ein Produktwechsel erfolgen soll, sollten aber nicht bei PTFE und Silikon - Beschichtungen verwendet werden.
    Es gibt auch Grundierungen die Für VC-Versiegelungen geeignet sein sollten, wobei da noch die Langzeiterfahrungen fehlen.
    Es gibt aber keine Grundierung, die einen losen Untergrund verfestigen kann.
    Was das Kärchern betrifft, da gilt max. Druck 65 Bar und Abstand, denn bei Drücken wie in der Praxis mit 125-180 Bar wird sogar der Gelcoat perforiert zum schweizer Käse. Seit den Versuchen in Braunschweig an GFK-Schwimmbecken wird darauf hingewiesen, Hochdruckreiniger entsprechend vorsichtig nur zum reinigen einzusetzen. Was sich nicht abgeht, nachträglich z.B. mit einer Spachtel oder Stahl-Pfannenreiniger entfernen.
    In Deinem Fall so wie das aussieht, sollte das weiße Antifouling weitgehend entfernt werden.
    Was das VC17m betrifft, das gehört nicht auf ein solches Boot. VC17m wird für Gleiter, hohe Geschwindigkeit, kurze Liegezeiten verwendet und wenn da einer gute Erfahrungen mit einen Wasserlieger gemacht hat, dann ist der Grund dass es kaum Bewuchs gibt der verfestigen kann. In der Ostsee haben wir inzwichen ca. 15 000 km² wo es keinen Bewuchs gibt und die gleiche Menge Gewässer mit geringen Bewuchs. Z.B. VC17m funktioniert in der Adria keine 3 Wochen. Des weiteren erfordert VC17m VcTar2 als Haftgrund. Da trotz schleifen immer Reste von Antifouling vorhanden sind, darf eine 2 K. EP-Beschichtungnicht auf Reste von Antifouling nicht aufgetragen werden, sonst gibt es Abplatzungen.
    Um die weitere Vorgehensweise zu bestimmen, müsste ich wissen welche Antifouling da gestrichen wurde.
    Grüße Friedrich

  3. #3
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    Standard AW: AF festigen/überarbeiten

    Hallo Friedrich - ja, wir werden noch einmal in der Werft nachfragen, was die da nun immer wieder aufs Boot gestrichen haben - dann wissen wir mehr.

    Das VC17m nehmen wir definitiv nicht. Wollte ja nur anmerken, dass wir mit dem letzten Segelboot erstaunlicherweise gute Erfahrungen mit dem Zeug gemacht hatten. Liegeplatz war Brackwasser und Segelrevier Salzwasser. Konkret liegen im Ryck (in Greifswald), Greifswalder Bodden und rund um Rügen. Die ersten zwei Saisons noch Seepocken und auch Algen reichlich, aber die letzten vier Jahre war der Rumpf verblüffend sauber. Kärchern hat gereicht... nur mal so als Erfahrungsbericht.

    Diesmal nehmen wir dann ein zu unserem bisherigen Untergrund passendes AF - am liebsten in schwarz. Wenn ich mehr weiß, sage ich Bescheid.

    Danke und Grüße, Felix

  4. #4
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    Standard AW: AF festigen/überarbeiten

    Hallo Friedrich - jetzt habe ich endlich eine Antwort der Werft bekommen: das boot hat im Frühjahr 20 einen Anstrich seajet 034 emperor bekommen.
    Bewuchs war tatsächlich wenig - außer ordentlich Seepocken im Kiel- und Ruderbereich (und vor allem auf der Schraube!!!) - jedenfalls grundsätzlich nichts, was sich nicht leicht abkärchern oder mit einem Holzspachtel abschaben ließ.
    Aber es hatte eine schlechte Haftung, wie man auf den Fotos sieht...
    Was ist vom seajet 034 emperor zu halten? Warum so wenig Haftung? Wie gehen wir nun am besten vor?
    danke für Antworten - Felix
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  5. #5
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    Standard AW: AF festigen/überarbeiten

    Hallo Felix,
    auch das Seajet 0344 erfordert einen Haftgrund. Die unter dem Antifouling vorhandene Grundierung lässt auf Grund der Farbe eine 2 K. EP-Beschichtung wie z.B. VCTar2, Ligt-Primer oder auch Gelshield vermuten. Ob die Beschichtung 2 K. ist, lässt sich leicht mit Aceton oder Nitro überprüfen. Grundsätzlich sollte eine Grundierung immer identisch sein, mit der Trägerkomponente eines Anrifouling. ZB. VC17m verwendet eine EP-Trägerkomponente, daher ist der Haftgrund VCTar2, wir haben im Marine 522 Vinyl als Trägerkomponent, daher ist der Haftgrund Vinyl. Bei Seajet 034 haben wir als Trägerkomponente Alcyd, also muss der Haftggrund ein Alcyd sein - siehe Sperrgrund Seajet 011, Bisphenol-A-Epichlorhydrinebeize, ist eine Epoxidhaltige Grundierung. Diese Grundierung ist silberfarbig und 1. Komp und mit Aluminium pikmentiert. Die graue Farbe sieht für mich nicht so aus, dass es sich um Seajet 011 handelt. Mit einen Wischtest Aceton kann dass festgestellt werden. Grundsätzlich ist das Seajet 034 ein Antifouling, das für Aluminium-Yachten verwendet wird. Die Angaben vom Hersteller wurden aus dem japanischen übersetzt, so dass es verschiedene Spezifikationen gibt. Es wird als ein SPC-Antifouling in Deutschland angeboten, ist aber kein SPC-Antifouling und meines Wissen ein Weichantifouling. Bei Weichantifoulings darf die Wasserliegedauer nicht unterbrochen werden. Wird es als Saisonantifouling verwendet, dann 1 x dünn streichen und im Folgejahr sauber abschleifen und den Anstrich erneuern. Wird der Altanstrich nicht weitgehend entfernt, dann kommt es zu Schichtstärkenanreicherungen mit dem entsprechenden Abplatzungen.
    Auch bei den Haftgrundierungen ist einiges unklar, einmal wird Seajet 011 empfohlen, dann wieder Seajet 015, beide sind aber entsprechend den Sicherheitsdaten identisch. Es ist also für Alu-Yachten bestimmt, aber auch da ist die Entwicklung von International-Hempel-BASF. Tenax usw um Jahrzehnte weiter. Wie auch immer, ein solches System gehört nicht auf ein solches Boot und das sollte eine Werft auch wissen.
    Haben wir nun mal Abplatzungen, dann lässt sich das nachträglich nicht mehr korrigieren. Der weisse Anstrich muss runter, was am besten durch abbeizen Gel170 oder TOP155 erfolgt. Mancher versucht auch es mit Aceton und einer groben Stahlwolle, was eine gewaltige Drecksarbeit ist. Nach dem abbeizen gründlich waschen, alle Beizrückstände entfernen, dann nochmals mit Aceton abreiben und dann den passenden Primer zum Antifouling.
    Grüße Friedrich

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