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Thema: Osmoseschaden reparieren

  1. #1

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    Standard Osmoseschaden reparieren

    Hallo Admin,
    auch mich hat es letztes Jahr erwischt. Nach dem Rauskranen lauter kleine Blasen beginnend 20 cm unter dem Wasserpass. Ich hab dann im Oktober 2020 alle Antifoulingschichten mit Yachtstrip abgebeizt, danach das komplette Gelcoat runtergeschliffen. Jetzt möchte ich es wieder aufbauen, der Kiel soll gleich mitgemacht werden. Mein Plan ist jetzt folgender (24 Fuss Kielschwerter Länge: 7,50m, Breite 2,50, 0,75 cm Tiefgang):
    3 mal streichen mit Relest Marine 340
    1 oder 2 mal mit Marine 470 Vynyl
    1 mal mit 522 Ecoship
    Kiel mit Schrubbscheibe entrosten dann
    2 mal streichen mit 251 CR-Primer
    1oder 2 mal mit Marine 470Vinyl
    1 mal mit Marine 522 Ecoship
    Kannst du mir bitte Infos zu Mengen, Verarbeitung, Temperaturen, Überstreichintervallen, Arbeitsmittel usw. geben, also quasi ein Arbeitspapier, was ich wann machen muss, damit es vernünftig wird.
    Danke schon mal im Vorraus

  2. #2
    ADMIN Avatar von ADMIN
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    Standard AW: Osmoseschaden reparieren

    Hallo,
    wir müssen uns immer ehrlich machen, denn richtig wäre 2 Lagen laminieren, Spachteln, Epoxyd usw. Wir müssen aber auch die Verhältnismäßigkeit sehen, denn eine solche Sanierung wird mit 1200,-€ je laufenden Bootsmeter zzgl. 19% Mwst. kalkuliert.
    Unsere Erfahrungen mit der Vorgehensweise zur Blasenpest sind sehr unterschiedlich. Bei manchen erscheinen die Blasen nach 3-4 Jahren, bei den meisten aber sind nach 6-8 Jahren keine Blasen mehr aufgetreten. Entscheidend ist nun mal die Feuchte im Laminat.

    Anwendung:

    2 mal mit Marine 340, mehr ist wirklich nicht erforderlich
    1 mal Marine 470 Vinyl
    1 mal Marine 522 Ecoship bei Saisonwasserlieger

    Nachteil bei Marine 340 ist, da der Privatanwender nicht Airles spritzt, bekommen wir mit der Fellrolle eine rauhe Oberfläche, wie eine Orangenhaut. Wichtig ist, die EP-Beschichtung ca. 10-14 Tage härten lassen, das gilt für alle EP-Beschichtungen im Handel. Der Grund ist, alle EP-Beschichtungen härten nach, schrumpfen ein wenig und bauen die Spannungen durch die chemische Härtung ab. Wird zu früh mit Vinyl - lösungsmittelhärtend - überschichtet, dann besteht das Risiko, da das Vinyl schneller aushärtet als EP dass Haarrisse entstehen können, daher ein wenig Geduld.

    Nach 1 Woche bis 14 Tage die Oberfläche schleifen mit 160 Körnung, ein wenig glätten. Dann den Marine 470 und zuletzt das Antifouling. Je nach Bootsgröße arbeiten wir mit den 10 oder 18 cm Fellrollen. Da nun mal alle Fellrollen auch die lölsungsmittelfesten Rollen sich auflösen, haben sich die Nylonfellrollen (im Zubehör) was das Preis-Leistungsverhältnis betrifft am besten bewährt. die halten je nach Temperatur 20 - 30 Minuten. Grundsätzlich niemals aus der Dose streichen, immer umtopfen in eine Farbmischwannne. Aufrühren mit einen Rührstab und der Bohrmaschine. Immer Schutzbrille aufsetzen, denn Vinyle auch Epoxid haften auf nassen Untergrund - Auge und ein kleiner Farbspritzer bedetet 3-4 schlaflose Nächte.

    Auch beim Kiel ist die Verhältnismäßigkeit zu beurteilen. Richtig wäre, 1 x mit Zinkstaub, 1 x Eisenglimmer, 3 x Multicoat, 1 mal Vinyl Marine 470 dann Antifouling. Auch beim Chlorkautschuk verbessert die Schichtstärke nicht den Korrosionsschutz. Da wir nun mal bei den Kielen meist mit Schwefel und Phophor verunreinigte Stähle haben, korrodieren die Stähle von "Innen" heraus, das ist ein natürlicher Alterungsprozess. Wir können eine Verbesserung erzielen, wenn der Chlorkautschuk mit 1 x Intertuf 203 Aluminium überschichtet wird, dann das Antifouling, der Marine 470 ist da nicht mehr erforderlich. Alles was zu viel ist, bringt keine Verbesserung unbd erschwert nur ein nachbessern. Bricht uns die Korrosion nach 1-2 Jahren wieder durch, dann einfach mit der Flex sauber machen, mit dem Intertuf 203 Aluminium überlappend zum Antifouling streichen, dann wieder Antifouling, das geht einfach und schnell.

    Alle Hinweise wie Verbrauchsmengen, Überschichtungszeiten für ca. 12 m² stehen in den Datenblättern die sich jeder ausdrucken kann. Da nun mal nicht immer die Bedarfsmenge so genau bestimmt werden kann, immer eine Verpackung aufheben, denn wir nehmen nicht angebrochene Gebinde zurück und machen dann eine Gutschrift.

    Grüße Friedrich

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