Kein Laminat ist dauerhaft über einen längeren Zeitraum vor Feuchteaufnahme zu schützen. Vom Frauenhofer-Intitut in Braunschweig, von Bayer und BASF wurden Großversuche durchgeführt mit dem Ergebnis, dass jedes Harz durch Feuchteaufnahme zu schädigen ist. Versuchsreihe / Laborversuch im Wasserbad bei +60° C:
Orthophthalsäureharz (Ortho): 150 - 200 Stunden Belastung
Isophthalsäureharz (Iso): 800 Stunden Belastung
Neopentylglycol (NPG): 2400 Stunden Belastung

die Harze versagten.

Das sind ja z.T. erhebliche Zeiträume für Yachten, die in der Nord- oder Ostsee liegen und im Winter an Land. Diese Zeiträume schrumpfen sofort für die ständig im Wasser des Mittelmeeres oder der Karibik liegenden GFK-Yachten, zumal wenn man sich überlegt, dass das Jahr nur 8760 Stunden hat. Natürlich bietet die im Versuchsbecken erhöhte Temperatur eine, wenn auch geringe, Sicherheit. Diese Sicherheit ist nun vorsichtig zu bewerten, denn die in den Großversuchen gefahrenen Proben sind unter Laborbedingungen hergestellt worden. In der Werkstatt hergestellte Laminate sind natürlich mit mehr Fehlstellen behaftet. Sehr gute Erfahrungen liegen bei Laminaten vor, die mit zweimal 300g/m2-Matten mit ISO-Harz hinter der Feinschicht hergestellt worden sind.

Es ist mehrfach vorgekommen, dass trotz der Behandlung Feuchtigkeit im Laminat verblieb - sie wird eingepackt.. Mit dem Zurückbilden der Blasen bleibt die Schädigung bestehen, weil sich die Substanzen aus dem Harz und von den Glasfasern gelöst haben, und die verbleibende Feuchtigkeit zerstört weiter. Man kann die Osmose-Schädigung nicht messen. Messen kann man nur die Feuchtigkeit im Laminat, evtl. die Barcolhärte, jedoch müssen die gemessenen Resultate interpretiert werden. Weiter ist zu beachten, dass das Gerät keine absolute Feuchtigkeit, sondern nur die relative anzeigt. Das heißt, dass man mit diesen Zahlen den absoluten Wassergehalt nicht berechnen kann.
In dem Diagramm in Abb.2 sind die gemessenen Feuchtigkeitswerte über einen Zeitraum von 38 Monaten aufgetragen. Es wird deutlich, dass zu Beginn der Messung die Werte schnell abfallen. Die in der Oberfläche sich befindende Feuchtigkeit dunstet anfangs schneller aus. Später verlangsamt sich die Verdunstungsgeschwindigkeit, weil die Wassermoleküle immer größere Widerstände, größere Strecken überwinden müssen, je weiter sie an die Oberfläche kommen.
Weiße Glasfäden deuten auf Osmose-Schädigung, der Verbund zwischen Harz und Glasfaser ist verloren gegangen, weil die Feuchtigkeit Harz und Glasfaser trennt. Über Jahre dringt die Feuchtigkeit weiter ein und ruft ernste Schäden in Form von Delamination hervor. Hier findet ein Abbau der Festigkeit statt mit der Gefahr des Versagens bei starker Belastung. Ein deutliches Faserbild der Glasmatte in Weiß bedeutet eine Ablösung und in vielen Fällen die Vorstufe der Osmoseschädigung.