Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: Osmose Holz

  1. #1
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    24.06.2020
    Beiträge
    10

    Standard Osmose Holz

    Hallo ans Forum,
    Ich hab eine folgende Frage ( leider bin ich mir ned aicher, ob meine erste Frage angekommen ist deswegen stelle ich die Frage nochmals)
    Ea geht im die Frage, ob bei Holzbooten Osmose auftritt. Wir sprechen nicht vom laminierten Holz. Die 2 Frage hat etwas mit dem Rottschutz der Bilge zu tun. Und zwar wird in einem Unterforim einer grossen Socialmedia Seite empholen Salzwasser mit Diesel oder Oel zu verwenden.... nun ja erstmals wohne ich bissl weiter weg vom Meer und so gesundheitsfoerderlich sind die Dieseldapfe auch ned. Ich bin mor da ned so sicher ob man so was auch frueher gemacht hat. Besten Dank Michael

  2. #2
    ADMIN Avatar von ADMIN
    Registriert seit
    18.12.2006
    Ort
    Ingolstadt, Gerolfing, München, Farchet
    Beiträge
    3.349

    Standard AW: Osmose Holz

    Osmose ist der gerichtete Flussvon Teilchen durch eine selektiv- oder semipermable Trennschicht. Wir haben es also bei Polymeren oder Beschichtungen immer mit Osmose - einer Feuchtediffusion zu tun. Häufig wird Osmose als die spontane Passage von Wasser oder eines anderen Lösungsmittels durch eine semipermeable Membran beschrieben, die für das Lösungsmittel, jedoch nicht die darin gelösten Stoffe durchlässig ist. Auch bei Holz haben wir es mit einer Feuchtediffusion zu tun. Unter http://www.antifouling-shop.com/show...SCHER-PROZESSE habe ich das bücherfüllende Them in einfacher Form erklärt.

    Wasser und Diesel bildet keine Emulsion, das ist auch kein Korrosionsschutz. Es ist aber Standard bei den meisten Yachtem, dass wir es in der Motorraumbilge immer mit Resten von Öl-Diesel und Wasser zu tun haben. Wenn diese Reste im Freien ausgesetzt werden, dann schwimmt der Diesel auf der Wasseroberfläche und wird durch die UV-Strahlung sehr schnell abgebaut.
    Das beste Beispiel sind die auslaufenden Öltanks bei Überschwemmungen. Das Heizöl schwimmt auf der Obefläche im Wasser, das Wasser versickert im Boden, das Heizöl bleibt auf der Oberfläche und und wird in 6-8 Wochen vollständig abgebaut,. Zuerst haben wir z.B. bei den Grasflächen braune vom Heizöl getränkte Wiesen, nach 6-8 Wochen wächst dann wieder das Gras wie wenn nichts gewesen wäre, es darf nur nicht ins Erdreich versickern. Natürlich haben wir es auch mit Kohlenwasserstoffverbindungen im Öl zu tun, die auch im Erdreich versickern können. In der Praxis wird das Problem besonders bei Überschwemmung von Laien weit überbewertet, wobei es muss natürlich der Einzelfall bewertet werden. Wir haben es da mit Leichtkraftstoffen zu tun.

    Wir haben viele selbsternannte Umweltschützer, die nun mal zwischen Theorie und Praxis nicht unterscheiden können, keinen Bezug zur Realität haben und im Grunde dem Land mehr schaden als nützen. Die meinen immer, wenn wir etwas verbessern und es ist nur ein weniger schlechter, dass wir dann eine Verbesserung haben.
    Grüße Friedrich

  3. #3
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    24.06.2020
    Beiträge
    10

    Standard AW: Osmose Holz

    Hallo Friedrich,
    Vielen Dank für deine ausfuehrliche Antwort!
    Was die Osmose angeht so hast du letztendlich das bestaetigt was ich versucht habe in dem Forum zu vermitteln. Das unbehandeltes Holz keine Osmose machen wird. Das daueberhinaus Osmose Temperatur unabhaengig ist schien es dem Experten ned einzuleuchten. Da ist es doch besser einfach den Experten Raum zu lassen und sich seinen Teil zu denken. Die Sache mit dem Salzwasser und Motoroel als Schutz des Bilgenholzes leuchtet mir ned ein da UV Licht dort ned hinkommt. Die einzige Erklaerung die ich mir vorstellen kann ist die Tatsache dass dadurch Faeulnisbakterien abgetoetet werden.
    Nochmals vielen vielen Dank fuer deine Hilfe!

  4. #4
    ADMIN Avatar von ADMIN
    Registriert seit
    18.12.2006
    Ort
    Ingolstadt, Gerolfing, München, Farchet
    Beiträge
    3.349

    Standard AW: Osmose Holz

    In der Motorbilge haben wir natürlich keine UV-Licht. In der Praxis-eigene Erfahrung wird es zwischendurch einfach über die Bilgernpumpe abgepumt und landet dann im Meer - bzw. in Seegewässer. Ist ein Übel, im Grunde wie die Dieseltankerei mit Kanister. Es läuft immer was daneben und wenn der Tank voll ist, dann läuft es aus dem Überlaufstutzen. Was die Fäulnisbakterien betrifft, das wollen die meisten Skipper nicht wahrhaben. Wir haben es im Schiff immer mit Kondensfeuchte zu tun und wenn nicht ausreichend gelüftet wird, dann ist das zu riechen. Besonders wenn die Boote in die Jahre kommen, dann hat das Laminat Feuchte aufgenommen die dann über den Innenraum entfeuchtet. Da die Boote meist ab Oktober im freien stehen, haben wir noch das Taupunkt-Problem, wodurch dann osmotische Prozesse beschleunigt werden.

    Was das unbehandelte Holz betrifft, da haben wir immer eine Feuchtediffusion. Ist es trocken wie z.B. Kaminholz, dann haben wir immer noch Feuchtewerte bis 16%. Ein Problem bei Teakholz im Yachtbereich im Decksbereich ist, die UV-Strahlung die die natürlichen Holzschutzstoffe zerstört und dann durch Nässe ausgewaschen werden. Das Holz verrottet daher von innen heraus. Da sich die natürlichen Holschutrzstoffe mit Nässe verbinden, entsteht im Grunde ein osmotischer Vorgang. Um das zu unterbinden, wird die Oberfläche mit einen UV-Schutz (Zinkoxide) versehen und mit einer Alcydharzemulsion konserviert. Damit behält das Holz seine natürliche Farbe, wird hydrophop und verrottet nicht mehr. Besonders was den Holzschutz betrifft, da wird in den Foren ein gewaltiger Unsinn vermittelt.
    Grüße Friedrich

  5. #5
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    24.06.2020
    Beiträge
    10

    Standard AW: Osmose Holz

    Vielen Dank! Wie wuerdest du das Holz in der Bilge schuetzen. Soweit ich weiss sind Farben oder Oele nicht zu empfehlen weil dadurch das Holz nicht mehr atmen kann da von Innen und Aussen verschlossen ist.

    VG
    Michael

  6. #6
    ADMIN Avatar von ADMIN
    Registriert seit
    18.12.2006
    Ort
    Ingolstadt, Gerolfing, München, Farchet
    Beiträge
    3.349

    Standard AW: Osmose Holz

    Hallo Michael,
    in der Bilge haben wir es auch immer mit Kondenswasser zu tun, das erheblich aggressiver ist als Seewasser. Zugleich haben wir es mit einen ständigen Durchfeuchtung- Entfeuchtungsprozess zu tun. Holz passt sich immer der Umgebungsfeuchte an. Es ist also ein natürlicher Vorgang dass die natürlichen Holzschutzstüffe wie das Lignin auf Dauer ausgewaschen wird. Das lässt sich mit Holzölen, Firnis usw verhindern, nur das Holz kann dann nicht mehr atmen. Da es aber trotzdem die Feuchte aufnimmt beginnt es von innen heraus zu verrotten da die Entfeuchtung erheblich reduziert wird. Wir haben es also immer mit einen Verrottungsprozess zu tun, da Holz ein natürlicher - biolgisch abbaubedingter Stoff ist.

    Früher wurden Diuron, Lindan verwendet, um diesen Prozess zu unterbinden. Das größte Übel sind alte Eisenbahnschwellen und alte Telefonmasten die mit Lindan (Seweso-Gift) Druckimpregniert wurden, was zum Glück inzwischen verboten ist. Wir haben aber noch viele Holzkonstruktionen besonders im Baugewerbe, die mit Lindan nicht verroten. Siehe Lindan unter http://www.gifte.de/Chemikalien/lindan.htm. Eine ähnliche Situation haben wir noch mit den alten Stahl-Yachten, die mit TBT oder mit Benzo(a)pyrenhaltigen Teerepxiden beschichtet wurden. Da ist also manches noch gewaltig im Argen und gerade im privaten Bereich kaum vermittelbar.

    Ansonsten lässt sich Holz auch mit Acrylaten dauerhaft konservieren. Es bleibt dabei Atmungsaktiv, kann also entfeuchten. Bei Nässe z.B. in der Bilge bleibt das Holz hydrophop - wasserabweisend, mit Zusätzen wie Zineb oder Trykesylphosphat wird jede Pilz-Fäulnisbildung unterbunden. Es lässt sich also Holz im Grunde sehr preiswert dauerhaft schützen, nur es muss alle 1-2 Jahre konserviert werden. Vorsicht ist geboten mit Borax- Borsalzlösungen wie Boracol, die sicherlich für einen alten Dachstuhl bestens geeignet sind, aber nicht bei Bewitterung wenn wir es ständig mit Trocknung und Nässe zu tun haben. Solche Borsalzlösungen würden z.B. in einen Boot ob Bilge oder auch der Decksbereich, den Verrottungsprozess beschleunigen. Da vermittelt die Werbung eine Eigenschaft, die mehr schadet als nützt. Grundsätzlich muss beim Holzschutz immer der Einzelfall und die Verhältnismäßigkeit beurteilt werden.
    Grüße Friedrich

  7. #7
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    24.06.2020
    Beiträge
    10

    Standard AW: Osmose Holz

    Hallo Friedrich,
    Vielen Dank, dass du mich an deinem Wissenachatz teilhaben laesst! Hut ab von deiner Kompetenz.
    Ich fasse kurz zusammen:
    Die Sache mit Salzwasser und Diesel bzw Mineraloel als Konservierungsschutz ist Humbug und nicht haltbar und auch frueher ned gemacht. Stattdessen Lindan oder Diuron verwendet.

    Moderner Schutz wird mit Acrylat bzw mit Zineb oder Trylesylphpsphat gewaehrleistet.

    Zu guter letzt wollte ich Sie fragen, ob tatsaechlich Salzwasser Teak-Decks schuetzt. Ich halte es wieder fuer Humbug aber vllt irre ich mich ja da. Das wuerde bedeuten, dass man einfach nur Salzwasser auf sein Teakdeck aufbringt und sich dann keine Sorgen machen muss. Vielen Dank Michael

  8. #8
    ADMIN Avatar von ADMIN
    Registriert seit
    18.12.2006
    Ort
    Ingolstadt, Gerolfing, München, Farchet
    Beiträge
    3.349

    Standard AW: Osmose Holz

    Salzwasser schützt kein Teak. Zu 90% wird ein Teakdeck durch die UV-Strahlung zerstört. Das Teak versilbert, die natürlichen Schutzstoffe werden ausgewaschen, das Teak verliert seine wasserabweisende Schutzschicht und nimmt wie ein Schwamm Wasser auf. Natürliches Teak hat eine warme hellbraune Farbe. Durch die Sonne vergraut das Teak und wenn es regnet schaut es schmutzig graubraun aus. Dabei wird die Vergrauung ständig abgewaschen, das Teak bleibt meist durchfeuchtet, es bilden sich Pilze und Microorganismen und un es verrottet von innenheraus. Im Grunde genügt ein UV-Schutz mit Zinkoxiden, gelöst in einer Alcydharzemulsion. Das Teak wird damit bis zur Sättigung eingelassen und alle 2 Jahre wiederholt. Dabei behält das Teak seine warme hellbraune natürliche Farbe über Jahrzehnte und der Regen perlt ab. Das ist Industriestandard und kostet nicht viel, da die Produkte der Bauchemie zugeordnmet werden. Der größte Schädling für ein Teak sind viele Skipper, die zum Sachverständigen mutieren, dazu viele viele Verkäufer die eine Werbebeschreibung vermitteln, die Sie selbst nicht verstehen.
    Grüße Friedrich

  9. #9
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    24.06.2020
    Beiträge
    10

    Standard AW: Osmose Holz

    Wow Vielen Vielen Dank fuer die Zeit die du dir genommen hast um meine Fragen zu beantworten! Sowas nenne ich Kompetenz und kundenorientierte Hilfe! Ich wage es kaum zu sagen, dass ich euer Forum per Zufall gwfundwm habe
    VG
    Michael

Ähnliche Themen

  1. HOLZ-GEFÄHRDUNG
    Von ADMIN im Forum HOLZ, EIN WERKSTOFF MIT BESONDERHEITEN
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 09.06.2009, 14:49
  2. Holz-Besonderheit...?
    Von ADMIN im Forum HOLZ, EIN WERKSTOFF MIT BESONDERHEITEN
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 06.03.2008, 07:17
  3. Teerepoxy auf Holz ?
    Von nixbart im Forum FRAGE & ANTWORT - HOLZ-YACHTEN
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 14.02.2008, 22:05
  4. Ursache & Wirkung von Osmose, wie erkenne ich eine Osmose..?
    Von ADMIN im Forum OSMOSE BLASENPEST URSACHEN
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 19.12.2006, 18:32

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •