Stahl-Yachten zum Sonderpreis

Jedes Jahr haben wir mehrere Anfragen zu Sanierungen von Stahl-Yachten im Bereich von 15-16 m, die ein Käufer der sich einen Jugendtraum erfüllen möchte, zum „Schnäppchenpreis“ erworben hat.

Die Boote werden dann meist mit ein bisschen Farbe, möglichst preiswert ein wenig optisch aufgepäppelt und viele Käufer sind dann beeindruckt von der Bootsgröße und der Ausstattung. Da werden dann Phantasie-preise präsentiert, auf dem Neupreis vor 40-50 Jahren von 200-300 Mille hingewiesen, darauf gibt es dann einen Nachlass bis zu 50% und der Kunde ist dann euphorisch wegen dem „Schnäppchen“ das er dann so eine Stahlyacht für 20-40 Mille bekommt. Der Kunde sieht nicht, dass er für diesen Preis weitgehend Schrott eingekauft hat, denn auch der Wert von zahlreichen überalterten Sonderzubehör ist gleich Null. Sollte dann mal ein Kunde etwas beanstanden, dann sind das immer Kleinigkeiten die sich einfach und schnell erledigen lassen. Glaubt den Unsinn nicht, denn wäre das einfach und schnell möglich, dann hätte der Verkäufer oder der Skipper das auch schnell erledigt. Glaubt auch nicht die Sonderangeboote, es ist nicht ungewöhnlich dass Yachten besonders im GFK-Bereich nach 25 Jahren zu Preisen angeboten werden, die höher sind als der Messeneupreis. Auch bei den 40-50 Jahre alten Stahl-Yachten gibt es meist keine so genannten "Schnäppchen", denn die Lebensdauer von Stahl-Yachten ist mit Sanierung um die 35-40 Jahre, sogar die Berufsschifffahrt entsorgt nach dieser Dauer Ihre Schiffe. Ich weiß, wenn ich so etwas sage, dann kommt sofort einer der dann erzählt, seine Stahl-Yacht ist 50 Jahre alt und ist besser wie neu. Das ist dann vergleichbar, da hat einer einen 50 Jahre alten Golf und der ist besser wie neu. Es gibt auch für den Yachtbereich so genannte Schwackeliste die Euch keiner zeigt. Auch eine Yacht ist nach 3 Jahren wie im Grunde auch ein Auto höchstens noch die Hälfte wert.

Wenn sich dann solche Kunden hilfesuchend an uns wenden und wir den Kunden die Wahrheit sagen, dann ist der Kontakt in der Regel sehr oft beendet und er wendet sich dann vertrauensvoll an Skippern zahlreicher Foren, dass die Ihm dann bei seiner Sanierung beraten. Nur die Foren sind nun mal nicht die Caritas, ob Yacht – eine Werbezeitschrift oder das Boote-Forum einer Münchner Werbeagentur, wo dann hilfreiche Skipper – meist Händler, Verkäufer, angebliche Werften wo der Chef noch selbst arbeitet (aber nur wegen der EV), bis zum Bootsbaumeister und noch mancher Konditor der zum Bootssachverständigen mutiert, Unterstützung anbieten.

Natürlich lässt sich auch eine solche Yacht wieder vollständig sanieren. Auch ein 40-50 Jahre alter Daimler, mit 500- tausend km der weitgehend durchgerostet ist, lässt sich wieder sanieren, nur was die Kosten bei einer fachgerechten Sanierung betrifft, da bekommt einer dann locker 2-3 Neufahrzeuge. Wenn es sich also bei solchen Booten (wie bei den Autos) um besondere „Klassiker“ handelt, die der Nachwelt erhalten werden sollen mit entsprechenden Wert, dann macht es Sinn, nur in der Regel handelt es sich um Schrott, denn eine solche 15-16 m Yacht lässt sich nicht einfach preiswert verschrotten. Da ist es einfacher, sich einen zu suchen, der dann meint er könnte das mit ein bisschen Farbe dann selbst veredeln. Bei solchen Yachten haben wir oft noch Bleche mit minderwertiger Güte und Korrosionsverhalten aufgrund hoher Schwefel- und Phosphoranteile. Solche Bleche neigen zum natürlichen Altern und wenn die entsprechend in die Jahre kommen, dann neigen die zu brechen. Wenn das passiert, dann hat kaum einer der sich im Innenraum befindet die Chance, aus dem Boot heraus zu kommen. Ohne entsprechender Beschallung und gutachterlicher Prüfung sollte ein solches Boot nicht restauriert werden. Mit ein bisschen Schweißarbeiten wo einer Durchrostungen meint zu flicken ist es dabei noch lange nicht getan.

Bei solchen Yachten haben die Motoren oft mehr als 5000 Betriebsstunden und müssen vollständig überholt werden. Da kann Einer mit Ein- und Ausbau, Sanierung, neues Kühlsystem usw. schnell mal 20-30 Mille und mehr anlegen. Was das Rigg betrifft, da sind ein paar Tausender eine Kleinigkeit. Für neue Segel bei der Bootsgröße, da bekommt einer dann runde Augen wenn´er dann z.B. ein Angebot für eine neue Genua bekommt. Was die Elektrik solcher Boote betrifft, die muss in der Regel nach 40-50 Jahren vollständig erneuert werden und die 40-50 Jahre alte Elektronik wird sicherlich keiner mehr verwenden, auch wenn die noch ein wenig funktionieren sollte. Versucht doch nur einmal z.B. das Toplicht und die Beleuchtung bei einen 15-20 m langen Mast auszutauschen, da erlebt dann mancher ein Wunder, was solche einfache Sanierungen für einen Aufwand erfordern. Da nun mal solche Yachten auch im Innenraum sich in laufe der Jahre vergoldet haben, muss vollständig ausgebaint werden um den Korrosionsschutz zu erneuern. Bereits was das strahlen betrifft, - setzt voraus dass die Bleche noch keine Muldenkorrosion haben und nicht zum brechen neigen, da kann einer an die 20 Mille und mehr kalkulieren. Was die Beschichtungen für den Korrosionsschutz betrifft, die sind im Vergleich mehr als bescheiden und kosten im Vergleich zu den ges. Sanierungskosten max. 2,5 – 3,0%. Unsere Erfahrungen haben ergeben, dass in solche Boote locker an die 150-200 Mille investiert werden, dazu 2-3 Jahre Arbeit, ein paar tausend Arbeitsstunden, mit Dauerbaustelle. Wenn dann ein solches Boot verkauft wird, dann lassen sich nicht einmal die Hälfte der Sanierungskosten erzielen und die Arbeitsleistung ist natürlich umsonst, weil das nur als ein „Vergnügen - Hobby“ bewertet wird.

Seit nicht so „blauäugig“, lasst Euch nicht von der Größe blenden, denn eine solche Kiste wiegt auch oft mehr als 20 000 kg, muss gekrant werden und die meisten Liegeplätze sind für eine solche Größe nicht ausgelegt oder kosten jedes Jahr ein kleines Vermögen. In der Adria bezahlt da einer nur für das kranen um den Bewuchsschutz zu erneuern und Lagerbock, meist mehr als 2000,-€, wobei das noch billig ist zum Vergleich was die Liegeplatzgebühren betrifft. Nur der Unterhalt, Wartung, von einen solchen Booten kostet im Monat meist mehr, als was ein normaler Angestellter im gehobenen Dienst monatlich verdient.

Da wir offen über solche Baustellen reden, wird uns das meist sehr verübelt obwohl wir daran wirklich nichts verdienen und nur Zeit investieren um manchen Käufer aufzuklären, was er sich da anschafft. Jedes Jahr verschwinden lt.Versicherungsberichte solche Yachten – weil einer solch ein Boot nicht mehr los wird. Besonders schlimm ist es., wenn bei solchen Booten die Bleche brechen wegen der Muldenkorrosion, wo dann der Skipper sich gleich mit entsorgt, denn ein beschallen wegen der Sicherheit ist ja nicht besonders preisgünstig. Zum Glück passiert das meist am Liegeplatz, wenn das Boot dann zu tauchen beginnt.

Wie auch immer, wer also meint er möchte eine solche Yacht zu sanieren, den helfen wir natürlich dabei für einen Korrosionsschutz der wieder eine Standzeit von 15 Jahren hat, nur mit ein bisschen entrosten und ein wenig Farbe wird das nicht funktionieren. Ich werdet sicherlich zahlreiche Angebote von Firmen erhalten die dann eine solche Yacht optisch vergolden und die meisten bieten dann ein solches Dauerbaustellen-Schmuckstück wieder zu einen so genannten „Schnäppchenpreis“ an, denn jeden Tag fallen ein paar unbedarfte vom Himmel die sich einen Kindheitstraum erfüllen möchten. Die Foren die alle nicht die Caritas sind, sind voll mit gut gemeinten Ratschlägen, meist von Gewerbetreibenden die manchmal noch einen Sonderpreis auch noch ohne Mwst. anbieten. Auch eine Yacht-Zeitschrift lebt nun mal von der Werbung, wo unter anderem solche Yachten zum Verkauf angeboten werden und nicht von der Aufklärung, damit eine solche Yacht nicht gekauft wird.

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