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Thema: Welches Borddurchlass-Material ist ideal bei Stahlschiffen?

  1. #1
    Neuer Benutzer Avatar von nic-oteen
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    Standard Welches Borddurchlass-Material ist ideal bei Stahlschiffen?

    Hallo lieber Friedrich,

    wiedermal findet sich im WWW keine vernünftige Antwort auf eine recht oft gestellte Frage und darum wende ich mich wiedermal an Dich und Deine Fachkompetenz.

    Die Frage, welches Material sich bei einem Stahlschiff am besten eignet wird vermutlich mit Kunststoff beantwortet werden oder?
    Somit umgeht man recht endgültig das Spannungsproblem zwischen Rumpf und jeglichem Borddurchlass Metall.

    Nur was mach ich, wenn ich diese riesen Kugelhähne von "Trudesign" beim besten Willen nicht überall unterbringe?
    Außerdem finde ich es irgendwie unpassend meinem "Stahlpanzer" einen "Plastikstöpsel" zu verpassen, aber da währe ich auch nicht Beratungsresistent.
    Also könnte ich theoretisch den eigentlichen Bordduchlass aus Kunststoff verwenden und darauf dann z.B. einen "platzsparenden" Bronze Kugelhahn schrauben.
    Aber wie sich das dann mit der Stabilität verhält ist auch wieder die Frage, immerhin gibt es für die "Trudesign" Kugelhähne nicht ohne Grund ein spezielles Lastaufnahme System zum Stabilisieren.

    Was währe denn dann die beste Alternative? Doch vermutlich Bronze oder?

    Momentan sind einfache Messing Kugelhähne an vermutlich Bronze Durchlässen verbaut, aber mit Sicherheit kann das niemand mehr sagen.
    Und da sich bei den Kugelhähnen die ersten Undichtigkeiten bemerkbar machen tausche ich lieber alle samt aus.

    Bin jedenfalls auf Deine Antwort gespannt.

    Wie immer vielen Dank!
    Und beste Grüße,
    Nico

  2. #2
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    Standard AW: Welches Borddurchlass-Material ist ideal bei Stahlschiffen?

    Hallo Nico,
    vom Preis-Leistungsverhältnis sind die mit Abstand teuersten Borddurchlässe Chrom-Nickel-Stahl, dann Messing und mit Abstand am preiswertesten z.B. die Kunststoffe von Forespar. Die Armaturen von Forespar bestehen aus einen glasfaser-verstärkten Nylongemisch, so wie auch die Kammklemmen für die Schoten und sind unverwüstlich und überleben bei weitem eine Stahl-Yacht. Siehe https://www.yumpu.com/de/document/vi...sailtec-gmbh/2

    Z.B. im Maschinenbau bei der Firma Deckel, bei Bohrwerken, großen Fräsmaschinen wird seit Jahren für die Abflüsse der Bohrmilch-Lösungen solche Nylon-Armaturen verwendet. Auch was die Kugelhähne betrifft, die sind unverwüstlich. Daher werden die auch im Baubereich z.B. für Abwasser verwendet. Meine Eigene Erfahrung z.B. im Haus, Kugelhähne aus Messing wurden undicht oder fest, die Kugel-Absperrhähne für Abwasser aus Nylon sind nach über 30 Jahren immer noch leichtgängig und dicht und zeigen kein Verschleißerscheinungen. Ein weiteres Beispiel sind die Aufbereitungsanlagen von Schwimmbädern wo wir es auch mit Chlor, Ozon zu tun haben. Auch da werden keine Edelstahl- oder Messingabsperrhähne mehr verwendet.

    Nachteil, auch wenn wir beim Unterwasserschiff die Oberfläche der Borddurchlässe anschleifen, haben wir keine Haftung bei Epoxidanstrichen und nur eine geringe Haftung bei Vinyle und Antifouling. Es kommt daher in diesen Bereichen dann immer zu einer Rissbildung die sich leicht überschleifen lässt, wenn der Antifouling-Anstrich erneuert wird. Beim Einbau zur Abdichtung hat sich am besten eine Flüssigisolierung aus dem Sanitärbereich bewährt. Siehe https://www.fermit.de/de/produkte/sa.../fermitol.html . Damit kann auch die Dichtung, oder Gewinde eingestrichen werden und solche Verbindungen lassen sich auch nach Jahren ohne Probleme wieder trennen. Was sich also seit Jahrzehnten im Sanitär-Heizungsbau bewährt hat, funktionert auch bei einen Boot.

    Grüße Friedrich

  3. #3
    Neuer Benutzer Avatar von nic-oteen
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    Standard AW: Welches Borddurchlass-Material ist ideal bei Stahlschiffen?

    Vielen Dank für die schnelle Antwort!

    Ich hab mich auf der Seite von Forespar umgesehen und das macht einen guten Eindruck. Von den Kosten ist es mehr oder weniger identisch zu Bronze.
    Forespar stellt sogar Bordduchlässe her die ISO Zertifiziert sind, allerdings haben die dann wieder eine so große Basis, dass ich sie in meinem Schiff nicht unterbringe.

    Die Flüssigisolierung hab ich mir auch angesehen und frag mich da nur, ob es auch leichte Unebenheiten ausgleicht, wie es eben ein Dichtstoff von Pantera oder Sika macht.
    Keine Ahnung wie eben der Stahl um die Borddurchlässe bei meinem Dampfer ist.

    Na jedenfalls bin ich wieder etwas schlauer und sehr froh das Du immer eine gute Lösung parat hast!
    Echt einmalig dieser Service!
    Vielen Dank nochmal!

    Beste Grüße,
    Nico

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