Hallo Bootsfreunde,

ich werde immer wieder mal kritisiert, weil ich angeblich ein Produkt schlecht mache, oder weil ich ein Gewerblicher bin der nur Eigeninteressen hat. Natürlich habe ich als Gewerblicher auch Eigeninteressen und ich bin auch aus Bayern genauer München, was ja nicht unbedingt ein Nachteil ist. Wenn ich versuche ein Produkt zu beurteilen und es passt nicht zum Anwendungsfall, dann ist das Produkt noch lange nicht schlecht oder taugt nichts, nur weil es nicht passt. Wenn einer z.B. VC17 m für seinen Gleiter, Trailerboot, kurze Wasserliegezeiten, verwendet, dann ist das optimal und es spricht nicht das geringste gegen VC17 m. Wenn aber einer das gleiche Antifouling z.B. in der Adria, oder in der Marina Travemünde auf eine Segelyacht - Dauerwasserlieger streicht, der wird dann ein "blaues" Wunder erleben. Wobei, ich wage es trotzdem zu sagen, es wird wirklich gewaltiger Unsinn von Vekäufern vermittelt und angeboten. Obwohl bei GFK-Yachten noch kein Osmoseschutz erfunden wurde, wird damit ein Geschäft mit der Angst betrieben. Einfache Grundsätze dass Osmose keine Blasen sind, dass Osmose bei Polymeren ein natürlicher Vorgang sind, dass wir nur osmotische Schäden reparieren können, aber nicht verhindern können, ist den Heerscharen an Verkäufern und vielen Skippern beim besten Willen nicht zu vermitteln.

Wir haben weltweit 9 Antifouling-Hersteller, aber nur in Europa inzwischen mehr als 350 angeblich unterschiedliche Antifouling-Produkte. Die SPC-Antifoulings von den Herstellern ob Jotun - Tenax - Nippon - International - Hempel usw. sind rund um den Globus alle kompatibel, selbstabschleifend, tropentauglich, mehrjährig. Nur dieAntifoulings gibt es nun mal nicht zum Nulltarif, nicht beim Bekleidungshändler Compass, im Getränkemarkt oder im Segelladen zu kaufen. Wenn ich Kritik übe, weil einer ein Antifouling von einen Bekleidungslieferanten oder Getränkehändler jedes Jahr streicht, wo keiner weiß aus welchen Topf das abgefüllt oder angemischt wurde, denn ein SPC-LF Antifouling lässt sich bis zu 1:12 veredeln wie wir sagen, nach 2-3 Jahren dann abzuplatzen beginnt, oder mit einen Bewuchsschutz für den homöopathischen Bereich, sehr preiswert den Liter für 18,-€ angeboten wird, dann sage ich sehr wohl meine Meinung. Im Grunde sind solche no name Antifoulings was das Preis-Leistungsverhältnis betrifft weit - weit überteuert.

Wenn mir einer über ein Antifouling erzählt, dass es länger als 10 Jahre einen Bewuchsschutz hat, mit einen reinen Kupfer das nicht rein ist und nicht einmal elektrisch leitend ist, damit noch angeblich Tidenkraftwerke gestrichen werden und für Braukessel verwendet wird damit sich beim Bierbrauen kein Bewuchs bildet, dann bekomme ich immer Schluckbeschwerden, da kann ich wirklich nichts dafür. Da hat einer wirklich die Physik neu erfunden mit einen Produkt, das sich mit einfachsten Mitteln für ein paar Euro selbst herstellen lässt. Da wird mit reinen 95% Kupfer geworben (Preis bei der Degussa in Pulverform 60 Cent/kg, das angeblich gerade noch zulässig ist. Jede Kupfer-Dachrinne hat ein reineres Kupfer als eine solche Epoxidbeschichtung. Damit die EP-Farbe auch haftet, muss vorher mit einer 2 K. EP-Beschichtung grundiert werden, die dann gleich als Osmoseschutz der noch nicht erfunden wurde, den Skipper vermittelt wird. Ich hatte mal im Boote-Forum das nicht von der Caritas, sondern einer Münchner Werbeagentur betrieben wird, bei Anwendungen mit Nanos gewarnt und ausführlich begründet. Meine Begründung würde sofort gelöscht und ich wurde als Gast gesperrt. Da viele Skipper den Unsinn glaubten, kam es nach 6 Monaten zu den Aplikationsproblemen. Beiträge wo um Hilfe gebeten wurde, wurden nach Abschluss der Verkaufsaktion nicht mehr beantwortet. Der Verkäufer hat sehr schnell sich im Facebook und im Internet sich abgemeldet.

Ich wurde auch im Yachtforum gesperrt, wegen ein paar Beiträge für ein Feuchtemessgerät. Mit einen Feuchtemesserät kann der Zustand einer GFK-Yacht beurteilt werden. Besonders beim Gebrauchtbootekauf kann ein Kunde den sehr oft weit überteuerten Sondermüll sofort erkennen. Da werden oft Boote angeboten, die Kosten nach 35 Jahren mehr als der Messeneupreis in Friedrichshafen. Da lassen sich dann manche Skipper Ihre optischen Sanierungsversuche noch vergolden. Da nun mal zahlreiche Gewerbliche, auch Gebrauchtboote- Händler in solchen Foren tätig sind, auch in den Zeitschriften mit dem Yacht-Verkauf werben, sind natürlich solche Informationen die den Käufer vor Schaden bewahren nicht erwünscht, da er nun mal nicht für eine solche Werbung bezahlt. Kein Händler hat Interesse, wenn die Feuchtewerte überprüft werden, dass manche Boote unverkäuflich werden, oder der Verkaufspreis sich schnell mal um 2/3 reduziert. Auch da wurden sofort die Beiträge gelöscht und meine Gastzugehörigkeit wurde schnell beendet weil ich unhöflich bin. Das gleiche war, als ich über den Osmosewahn berichtet habe, was im Grunde eine Verkäufererfindung ist, oder vor einigen Jahren als ich über den Unsinn von Boracol geschrieben habe, das jedes Teakdeck das bewittert wird ins jenseits befördert.

Wir haben keine Probleme mit Holländern, Schweden, Dänen, Italienern, Österreicher, Griechen, usw. die einfache physikalische Vorgänge auch verstehen und noch zusätzlich sehr hilfreiche Beiträge und Erfahrungen für uns liefern die wir auch weiter geben. Warum der Unterschied zwischen "Gut und Schlecht" oder einfache Grundsätze besonders von Skippern aus dem Norden oft nicht verstanden wird, ist für mich beim besten Willen nicht nachvollziehbar. Ich sage doch nicht gut oder schlecht, sondern für den Anwendungsfall nicht geeignet. Wie jeder weiß, bemühe ich mich immer, auch einen Vorschlag zu begründen WARUM das so ist. Ich versuche auch die Verhältnismäßigkeit zu sehen, denn für die Sanierung einer z.B. Neptun 22, bei der inzwischen die Entsorgungskosten größer sind als der Wert des Bootes mit Trailer und Aussenbordmotor. Solche Boote muss ich auch anders beurteilen, als ein Bavaria 49, ein Rassy oder eine Balticyacht im siebenstelligen Bereich.

Ich bin auch nicht immer besonders freundlich, wenn einer für ein 40 Jahre altes Angelboot eine Beratung erwünscht die aufwendiger ist, als für einen 340 m langen Containerfrachter oder die Gorch Fock und dann noch erwartet dass ich wegen 56,90 Euro ein schriftliches Angebot mache weil er zusätzlich noch einen Preisnachlass erwartet. Ich versuche wirklich die Bedürfnisse besonders bei den kleineren Booten abzuklären, aber mancher, besonders aus dem Norden meint, ich bin sein Lakai, denn er ist Kunde und der Kunde ist König. Dabei handelt es sich meist um Bootsbesitzer, die bei einer 40 Jahre alten 22 Optima gleich abheben und zum Bootssachverständigen mutieren. Ich bin auch so frei und sage dann, dass wir es manchmal mit Sondermüll zu tun haben worüber sich natürlich mancher nicht besonders freut, der sich einen Jugendtraum erfüllt hat und in Praxis weit überteuert ein solche Boot kauft. Meist sind die Entsorgungskosten erheblich teurer als der Kaufpreis solche Boote und viele meinen dann solch ein Boot lässt sich mit etwas handwerklichen Geschick und ein paar Liter Farbe schnell mal herrichten.

Nehmt mich so wie ich bin, ich sage nun mal meine Meinung und ich sage auch immer WARUM. Auch wenn ich seit mehr als 40 Jahren mit Beschichtungen zu tun habe, lerne ich immer noch dazu, besonders wenn sich die Anwendungsfälle ständig ändern. Das Forum nennt sich "Fragen und Antworten", da reden wir was Sache ist und betreiben keine Schönfärberei und wie jeder der hier als Gast sich einloggt, wird sehr schnell merken, dass wir uns bemühen, den Skipper zu verstehen und er bekommt im Rahmen unserer Möglichkeiten auch Antworten. Versteht mich aber nicht falsch, wir diskutieren hier nicht, denn da fehlt auch die Zeit, wir machen Vorschläge und es kann jeder selbst entscheiden.

In diesen Sinne, Friedrich