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Thema: Weiße Korrosion an genieteten Innennähten Stahlyacht,1965

  1. #1

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    Standard Weiße Korrosion an genieteten Innennähten Stahlyacht,1965

    Hallo,
    wir haben eine klassische Stahlyacht mit genietetem Rumpf und Holzaufbau von 1965.
    Seit ca 2 Jahren bilden sich an den inneren Nietnähten weiße,
    Salz-artige, blühende Korrisionen, feucht - pulvrig.
    Die Bootswerft vor Ort hat die Stellen gesäubert und für viel Geld saniert.
    Man vermutete als Ursache Elektrolyse wegen eines neuen
    Box -Nachbarn ( Metallboot).

    Nun ist es wieder da.
    Was kann es sein? Wir wissen nicht mehr weiter.

    Ps. : Bilder sind vorhanden aber laden nicht.. :-(

  2. #2
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    Standard AW: Weiße Korrosion an genieteten Innennähten Stahlyacht,1965

    Hallo,
    ich habe den Beitrag vom Oktober übersehen und daher nicht darauf geantwortet.
    Bei der weißen - salz-artigen blühenden Korrosion handelt es sich um eine Zinkspaltung, wenn sich Salz oder auch Säuren mit dem Zink verbinden. Die Bleche einer Stahlyacht werden mit einen Shopprimer der Zinkoxide enthält bereits vor der Verarbeitung grundiert. Das ist auch Heute noch Standard in den Werften, was auch zu erkennen ist an der rotbraunen Farbe der Bleche im Rohbau. Der Shopprimer ist ein Korrosionsschutz für die angelieferten Bleche und ist auch schweißbar. Wenn der Shopprimer nicht ausreichend geschützt wird, dann dringt Feuchte - Wasser zwischen die Blech-Vernietung und haben wir es mit Seewasser oder Säuere im Süßwasser zu tun, dann dann löst sich das Zinkoxid und bildet eine weiße schmierige Ausblühung. Der Korrosionsschutz wird damit wirkungslos.

    Der Fehler ist immer, dass keine Feuchtedichten Beschichtungen den Shopprimer abdichten. In den 60-70-ziger Jahren wurden solche Stahl-Yachten noch mit 2 Komp. Teerepoxiden die aus Teerölen hergestellt wurden grundiert und geschützt. Diese Teerepoxid-Beschichtungen haben eine Standzeit von 15 Jahren und Länger und dürfen nur mit einen Vinyl überschichtet werden das aus Teerölen hergestellt wurde. Da nach 15-25 Jahren solche Beschichtungen weitgehend am Ende sind, wird meist unfachmännisch restauriert. Die Privatanwender verwenden dann EP-Beschichtungen wie z.B. VCtar2, Gelshild, oder sonstige, die mit einen Rostschutz - nicht Korrosionsschutz werben. Nur das funktioniert nicht. Erschwerend für eine Sanierung ist, dass die Teerepoxide und Vinyle aus Teerölen sehr teuer waren und seit Jahren nicht mehr hergestellt werden. Mancher hat daher noch versucht, mit Teerepoxiden die aus Steinkohleteer hergestellt werden, die auch noch erhältlich sind, nachzubessern. Nur diese Teerepoxide für die Bauchemie (Betonabdichtungen) sind für eine Stahl-Yacht nicht geeignet und schützen auch nicht vor einer Korrosion, die zusätzlich durch die Verunreinigung mit Phosphor und Schwefel in den Blechen verursacht wird. Der Phosphor, Schwefel in den Blechen, dazu das Zinkoxid und Wasser mit Salz oder/und geringen Säuren verursachen diese Korrosion bzw. Zinkspaltung.

    Die Zinkspaltung ermöglicht dann eine Korrosion besonders an den Vernietungen. Die Folge ist, dass Stahl bei fortgeschrittener Korrosion bricht. Im Grunde ist der Vorgang nicht mehr aufzuhalten und kommt es zum Bruch der Vernietung, dann geht es um die Sicherheit. Dieser Vorgang ist seit Jahren bekannt und die Ursache für das schnelle verschwinden solcher Yachten. Ein Problem ist auch, wir können nicht rein sehen, wie weit der Vorgang bereits fortgeschritten ist. Das Boot ist inzwischen über 50 Jahre alt und die normale Lebensdauer bis zur Verschrottung von Stahl-Yachten beträgt 30-40 Jahre. Um also die Lebensdauer solcher Yachten zu verlängern, bedarf es einer zusätzlichen Schuppenpanzerbeschichtung - Eisenglimmer, um die Feuchte auszuschließen. Das Boot müsste daher sandgestrahlt werden, dann erfolgt eine Zinkstaubbeschichtung, Versiegelung mit Eisenglimmer, darauf dann 3 Lagen Multicoat einer Aluminium-Oxidbeschichtung, dann versiegelt mit Vinyl, und darauf darf bei Stahlyachten nur ein SPC-Antifouling mit hohen Anteilen Zinkoxid. Das ist auch der Beschichtungsaufbau der Großschifffahrt mit den geforderten Standzeiten 15 Jahre. Ob aber damit zwischen den Vernietungen die Zinkspaltung gestoppt werden kann, ist fraglich, denn so lange wir es mit Feuchte zu tun haben, geht der chemische Vorgang weiter. Die Feuchte lässt sich aber durch ausschwitzen mit einen Gasbrenner beseitigen. Dabei wird die Oberfläche mit einer heißen Flamme 800-1000°C kurz erhitzt. Es kann dann einer sehen wie zwischen den Blechüberlappungen, Nietenrändern und sogar aus den Blechen die Feuchte ausdiffundiert. Die hellgraue Farbe vom Stahl wird dabei zuerst dunkel und dann wieder hell. Es ist dann wichtig, da auch Phosphor und Schwefel ausdiffundiert, dass mit Trychloräthylen mehrmals nachgereinigt wird. Da der Privatanwender kein TRI bekommt, kann auch ein 99,9% reines Aceton verwendet werden. Mit dieser Vorgehensweise kann der Vorgang einer Zinkspaltung gestoppt werden und die Stahl-Yacht - wenn die Vernietungen nicht zu stark beschädigt sind - noch Jahrzehnte erhalten werden. Es ist auch noch zu beachten, dass auch die Bleche von innen geschützt werden müssen. Das

    Da der Aufwand für eine solche Sanierung erheblich ist und das aggressivste Medium ist nun mal die Kondensfeuchte im Innenraum, ist eine Verhältnismäßigkeit für eine solche Sanierung meist nicht mehr gegeben. In der Regel wird dann nur noch optisch überstrichen, nur die Korrosion und Zinkspaltung bis zum Bruch geht darunter weiter.

    Grüße Friedrich

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