Wir erhalten immer wieder anfragen über Stahlspachtelungen, oder warum solche Spachtelungen nicht lange halten. Im Grunde wissen wir doch alle von unseren Autos aus der Vergangenheit, wo wir besonders Durchrostungen der alten Bleche mit Prestolit noch gespachtelt haben und dass die nicht von langer Dauer waren. Vor Jahren hat eine US-Firma Belzona in USA das Thema aufgenommen und es konnten erstmals mit solchen Spachtelungen dauerhafte Ergebnisse z.B. bei Zylinderkopf- Reparaturen, ausgerissene Zündkerzengewinde, Abdichtungen der Ölwanne, Pumpen, Erneuerung von Lagerschalen, Ruderlager, oder auch Kavitationsschäden an Schiffsschrauben usw. erzielt werden.

Grundsätzlich muss dazu gesagt werden, dass es sich dabei immer um eine Reparatur handeln wird und dass der Einzelfall zu beurteilen ist. Bei den Spachtelungen handelt es sich meist um Epoxide, die mit hohen Anteilen Oxiden oder auch Slizium angereichert werden. Bei hohen Drücken wie bei Wellen oder Lager wird eine EP- mit 95 Ateilen Silizium verwendet, das Drücke bis zu 220 kg/cm dauerhaft aushält. Bei größeren Flächen werden Oxide oder Mineralien verwendet, da wir auch eine höhere Elastizität benötigen, wenn solche Beschichtung aushärten.

Entscheidend für eine gute Verbindung ist die Vorbereitung. Wir brauchen eine100% saubere, fett- und lösungsmittelfreie Oberfläche sowie eine entsprechende Rauigkeit die meist nur mit sandstrahlen (Korund – Korngröße 1,5 - 2 mm ) zu erzielen ist. Damit wird die Oberfläche um den Faktor 3-4 vergrößert, somit auch die Haftung entsprechend der Oberflächenvergrößereung vergrößert.


Jetzt wird immer wieder der Fehler gemacht, dass darauf die Spachtelungaufgetragen wird, nur das funktioniert bicht auf Dauer.

Die weitere Vorgehensweise erfordert z.B. bei Stahl ein „ausschwitzen“ der Oberfläche mit einer ca. 800 – 1000°C heißen Gasflamme ohne den Stahl durchzuerhitzen. Das erfordert allerdings eine gewisse Erfahrung. Wird z.B. die gestrahlte hellgraue Oberfläche von Stahl abgeflammt, dann verfärbt sich die Oberfläche in dunkelgrau auf Grund der Feuchte die aus der Stahloberfläche ausdiffundiert. Mancher wird jetzt sagen, so ein Unsinn..., Stahl nimmt doch keine Feuchte auf. Das ist aber in Wirklichkeit anders, das Stahlgefüge ist kristallin und in den Zwischenräumen der Kristalle ist genügend Platz für die H2O Moleküle. Das erklärt auch die Korrosion von Stahl, denn wir haben es immer mit Verunreinigungen von Schwefel und Phosphor zu tun, dazu Eisen das dann mit Feuchte chemisch reagiert.

Durch das ausschwitzen entfeuchten wir, so das der Phosphor mit dem Schwefel nicht mehr chemisch reagieren kann. Nach der Abkühlung auf 30-50°C muss sofort eine Reinigung mit Trychloräthylen durchgeführtwerden. Da Trychloräthylen für den Privatanwender nicht mehrerhältlich ist, kann auch ein reines 99,9% Aceton aus dem Fachhandelverwendet werden. Vorsicht, nicht jedes Aceton ist wegen der Rückfettung geeignet.

Darauf erfolgt dann ein Anstrich mit einen 2 K Epoxi Haftgrund 855. Das ist ein Zweikomponentiger Haftgrund auf Epoxidharz- Basis mit Rost passivierenden Eigenschaften. Matt, schnell trocknend, beständig gegen viele Lösemittel, Fette, Mineralöle, schwache Säuren und Laugen. Leicht zu verarbeiten und universell überarbeitbar mit Alkyd-, Acryl-, Epo-xid-, PUR-,Polymerisatharz- Lacken usw. Es ist ein Haftvermittler und eine Grundierung für außen und innen, z. B. auf Zink, verzinktem Stahl, Aluminium, überstreichbaren Kunststoffen (BFS-Merkblatt Nr. 22), Pulverlacken, CoilCoating, Glasal, zement gebundenen Spanplatten, Melaminharzplatten, Wandfliesen, tragfähigen Einbrenn- und 2K-Beschichtungen sowie auf Stahlteilen, an die hohe mechanische und chemische Ansprüche gestellt werden. Darauf erfolgt dann eine gut füllende, leicht schleifbare zweikomponentige Universal-Füllmasseauf Epoxidharz-Basis. Sehr gut haftend und mit allen Alkydharz-, Acryl- oder 2K-Lackfarben überarbeitbar. Temperaturbeständig bis±80 °C.

Derges. Spachtelungsbereich kann jetzt erst großflächig überschichtet werden mit RELEST® Protect 325EP-Tiecoat EG DB702. Das ist eine zweikomponentige Zwischen- und-Deckbeschichtung auf Epoxidharz-Basis, Eisenglimmer / Aluminium pigmentiert. Erst jetzt überschichten wir je nach Anwendungsfall mit RELEST®Protect 347 2K-EP- Multicoat oder RELEST®Marine 340 2K-EP-Guard ist ein teerfreier Zweikomponenten- Reaktions-Kunststoff als Schutzbeschichtung für Kläranlagen, Stahlkonstruktionen im Hoch- und Stahlwasserbau und Unterwasserbeschichtung im Schiffbau. RELEST® Marine 3402K-EP-Guard ergibt glatte, dickschichtige, porenfreie Überzüge mit guter Verbundfestigkeit, guter Abrieb- und Schlagfestigkeit und guterWasser- und Chemikalienbeständigkeit. Der ausgehärtete RELEST® Marine 340 2K-EP-Guard-Film ist resistent gegen verdünnte anorganische Säuren, Laugen, Salze, aliphatische Kohlenwasserstoffe (Benzine), Heizöl, Öle und Fette. Nichtbeständig ist er gegen organische und oxidierende Säuren, Alkohole,aromatische Kohlenwasserstoffe, chlorierte Kohlenwasserstoffe undPhenole.

Versiegelt wird dann mit Marine 470 PVC-Vinyl, das zugleich den Haftgrund für ein SPC-Antifouling ermöglicht. Oder Wenn lackiert werden sol, erfolgt der Aufbau über Multikoat, Feinfiller, PU-Acryl in der gewünschten RAL-Farbe.

Für manchen scheint das alles zu übertrieben, denn es gibt ja in den Baumärkten oder Bootszubehör viele Angebote zum Rostschutz die wahre Wunder versprechen. Auch die zahlreichen Verkäufer vermitteln da einen gewaltigen Unsinn und zitieren nur das was die Werbung vorgibt. Leider verstehen auch die Werbefachleute nichts von der Materie, oder können das nicht umsetzen was von den Fachleuten vorgegeben wird. Trotz Gilett Mach III werden wir uns nicht mit drei facher Schallgeschwindigkeit rasieren. Auch wenn der Rasierer mit noch so viel Klingen bestückt wird, schneidet nur die erste Klinge das Barthaar, denn für die zweite bis fünfte Klinge ist nichts zum schneiden mehr da und wenn die erste Kiinge stumpf ist, dann zwickt es. Die Physik lässt sich nicht einfach ändern mit Ausnahme durch die Werbung.

Leider gibt es keine Wunder und bei den meisten Produkten wir nicht geschützt, sondern nur die Korrosion unter der Beschichtung versteckt die sich dann ungehindert weiter entwickelt. Im Grunde nicht anders wie bei der "Osmose" - Blasenpest. Auch da werden die osmotischen Schäden unter einer EP-Beschichtung versteckt, denn Epoxide sind nun mal nicht feuchtedicht.

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