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Thema: Antifouling Binnen und gelegentlich Meer

  1. #1
    Neuer Benutzer Avatar von onkelrocco
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    Standard Antifouling Binnen und gelegentlich Meer

    Jeder erzählt ja nun was anderes. Die meisten pinseln irgendwas drüber, bei den Schichtstärken die sich da ansammeln kriege ich schon das kalte Grausen. Anfangs war ich mir relativ sicher, dass ich ein Hartantifouling nehmen werde, z.B. F18 (ich bevorzuge einfach schwarz untenrum). Nachdem ich nun einiges recherchiert habe gar nicht mehr so...

    Ich habe an meiner fast 40 Jahre alten Shetland so ca. 8 Schichten verschiedenfarbiges Zeug in unterschiedlicher Dicke runtergeschliffen bis ich beim Gelcoat (und teilweise dessen Grundierung) angelangt bin.

    Das Boot wird ein Wasserlieger auf der Havel werden. Gelegentlich wird es auch Ausflüge an Achterwasser, Ostsee, Kroatien geben von maximal 3 Wochen. Das Boot wird ab und an getrailert und mal eine Woche auf dem Trailer stehen bleiben. Die Shetland hat 80 PS und wird maximal (eher selten) wohl so um die 60 km/h fahren können.

    Welches AF ist zu empfehlen?

    Und Frage am Rande: Warum nimmt man für AF unbedingt eine Fellrolle und keine "Schwammrolle"?

  2. #2
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    Standard AW: Antifouling Binnen und gelegentlich Meer

    Es ist richtig, jeder erzählt was er nimmt und er ist damit bestens zufrieden. Es ist auch kaum vermittelbar dass die Auswahl eines Antifoulings bestimmt wird auf Grund des Anwendungsfalles und nicht nach der Optik, wo ist es günstig oder der Zufriedenheitsgarantie des Nachbarn.

    Hinweis auf die Anforderungen:
    - Wasserlieger
    - Seewasser, Süßwasser
    - Trailerboot
    - Trockenliegezeiten
    - in Kroatien Anforderung tropische Gewässer bis 27°C
    - Geschwindigkeiten bis zu ca. 30 Knoten

    Antwort:
    - Weichantifoulings, selbstpolierende Antifoungs funktionieren nicht, nicht trailerbar, Wasserliegezeiten dürfen nicht unterbrochen werden
    - VC-Antifoulings funktionieren nicht in Kroatien, schützen nicht vor tierischen Beuchs, sind nur für kurze Wasserliegezeiten bestimmt, funktionieren aber in der Havel. Da Teflon enthalten ist, kann mit nichts anderen überschichtet werden
    - bei Erodierende Antifoulings soll die Wasserliegezeit nicht unterbrochen werden, beim überschichten Schichtstärkenanreicherung, Abplatzungen
    - Hartantifoulings sind geeignet, haben aber einen geringen Bewuchsschutz, in der Regel nicht tropentauglich, müssen jedes Jahr gestrichen werden, Schichtstärkenanreicherung, Abplatzungen

    Die Schichtstärkenanreicherung der ausgelaugten Trägerkomponente führt immer zu Abplatzungen besonders bei langen Trockenzeiten wenn das Boot im Winter an Land steht oder im Winterlager. Damit hat jedes Antifouling ein Problem, da AF microporös sind, die schrumpen und quellen. Die Folge ist Abplatzungen oder Haarrisse

    Empfehlung:
    Unterwasserschiff gründlich mit 99% Aceton reinigen, entfetten und damit auch entfeuchten
    1 x Marione 470 PVC-Vinyl, ist ein Versiegelungsgrund und Haftgrund
    1 x Marine 522 Fastline

    Fastline nimmt auch die Bundesmarine für die Fragatten, ist mehrjährig, tropentauglich, selbstabschleifend, bis zu 75 Knoten, hoher Bewuchsschutz. Der Dockintervall ist 18 Monate bei einen Anstrich - Dauerwasserlieger, daher Empfehlung nur einmal rollen, reicht bei einen Saisonwasserlieger mehr als 2-3 Jahre. Da es selbstabschleifend ist, wird eine Schichtstärkenanreicherung reduziert, Aufgrund nur eines Anstriches haben wir eine geringe Schichtstärke, damit reduzieren wir das quellen wobei es können bei langen Unterbrechungen in Einzelfällen nur Haarrisse entstehen die nicht abplatzen. Da es nicht jedes Jahr neu gestrichen wird, kommt es auch nicht zu den unnützen Schichtstärkenanreicherunge, dabei nicht zu Abplatzungen. Aufgrund der Lechingrate ist es trailerbar, wobei jedes AF beim trailern beschädigt werden kann, aber leicht zum ausbessern. Was die Gleiteigenschaften betrifft, da ist es gleichwertig mit den VC17m.

    Antifoulings sind viskos und erfordern eine vorgegeben Schichtstärke, daher eine normal Neylonfellrolle siehe Zubehör. Eine Schwammrolle würde sich sehr schnell auflösen. Die Oberfläche stellt sich dann von selbst ein, bildet einen leichten Orangenhauteffekt der bei niedrigen Temperaturen verstärkt wird, ist aber zu vernachlässigen wegen selbstglättung beim Betrieb des Bootes.
    Grüße Friedrich

  3. #3
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    Standard AW: Antifouling Binnen und gelegentlich Meer

    Vielen Dank für Deine umfassende und schnelle Antwort, Friedrich!

    Dummerweise hatte ich jetzt schon den ganzen Unterboden 3x mit VCTAR 2 gerollt. Soll ich trotzdem die empfohlene Grundierung darüber verwenden? Wenn ja, muss ich die VCTAR-Schicht sicherlich anschleifen.

  4. #4
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    Standard AW: Antifouling Binnen und gelegentlich Meer

    Das VCTar2 mit 200 Körnung mit der Hand anschleifen. Der Marine 470 PVC-Vinylsealer ist trotzdem erforderlich, da alle Epoxide Antihafteigenschaften haben.
    Grüße Friedrich

  5. #5
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    Alles klar, danke.

    Gruß Rocco

  6. #6
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    Standard AW: Antifouling Binnen und gelegentlich Meer

    OK, ein paar Anmerkungen:

    Die Grundierung 470 PVC-Vinyl verarbeitet sich wie dicke Lackfarbe, problemlos mit einer Schaumstoffrolle. Natürlich wollte ich nicht zu viel bestellen, das das Zeug ja auch nicht unbegrenzt haltbar ist und ich es nur für (m)ein Boot brauche. Wurde satt deckend aufgetragen. Das Ende vom Lied: Es hat für ein Stück von ca. 80x80 cm nicht mehr gereicht und ich werde also gleich was nachbestellen. Für eine Shetland 570 benötigt man also etwa einen knappen Liter davon!

    Das Marine 522 Fastline, davon braucht man für das gleiche Boot etwa knapp 1,5 Liter. Man sollte nicht nicht allzu viel Zeit damit lassen, das Zeug trocknet - gut aufgerührt - auch bei um die 10-12 °C ziemlich schnell an und verläuft nur sehr kurze Zeit. Man sollte zügig durcharbeiten und möglichst rundrum gehen und nicht an mehreren Stellen gleichzeitig anfangen. Hat irgendwie die Konsistenz von Dachlack, riecht im Vergleich zur Grundierung ziemlich streng.

    Ich hatte die Grundierung absichtlich in braun gekauft, damit es es a. auf dem schwarzen VCTAR2 besser sehe und b. das schwarze AF sich anschließend ebenfalls gut abhebt. Somit müsste man später auch sehr deutlich erkennen, wann eine neue AF-Schicht fällig ist.

    Alles in allem ist so eine Erneuerung des UW-Anstriches eine Arbeit die ich - außer für mich - maximal für Verwandte ersten Grades machen würde.

  7. #7
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    Kleine Nachfrage:

    Leider passierte es mir vor 3 Jahren in Kroatien, dass sich das Boot losriss und Richtung Felsen an Land trieb. Der Unterboden bekam ein paar leichte Blessuren, allerdings rein bis ins GfK. Ich habe jetzt zuerst das Ganze mit Polyesterspachtel geglättet, dem nächst werde ich es schleifen. Soll ich vor der Grundierung mit dem 470 PVC-Vinyl noch über dem Spachtel einen Primer benutzen? Wenn ja, welchen? VCTAR werde ich sicher nicht mehr kaufen.

  8. #8
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    Hallo,
    da wir immer Reste von Primer und Antifouling überlappen beim beschichten, funktioniert keine EP-Beschichtung. Den beschädigten Bereich 2 mal mit dem Marine 470 Vinyl überschichten, einige Tage trocknen lassen, dann Antifouling darüber. Das Vinyl hat sogar eine höhere Feuchtedichte als ein VCTar2 oder ein Gelshild, es hat nur nicht die mechanische Festigkeit z.B. bei Grundberührung. Es wird eine Schwachstelle bleiben, lässt sich aber leicht nachbessern.
    Grüße Friedrich

  9. #9
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    Danke, dann mache ich das so und bestelle gleich was.

  10. #10
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    Standard AW: Antifouling Binnen und gelegentlich Meer

    Reste vom Primer aufheben, ist ein sehr guter Korrosionsschutz für den Kiel. Wenn am Kiel die Korrosion durchbricht, den Bereich mit der Flex grober Putzscheibe verschleifen, Primer darüber, dann wieder Antifouling. Das geht einfach und schnell.
    Grüße Friedrich

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