Der Einfluss von Feuchtigkeit betrifft in erster Linie den Matrixwerkstoff, da die Überzahl der Faserwerkstoffe keine Feuchtigkeit aufnimmt. Eine Ausnahme machen Aramid- und Naturfasern. Die polymeren Matrixwerkstoffe nehmen Feuchtigkeit auf, dies betrifft sowohl die Thermo- als auch die Duroplaste. Die Feuchtigkeitsaufnahme erfolgt durch Diffusion und ist damit in einem hohen Maß von der Zeit und dem Konzentrationsgefälle abhängig. Dies macht eine rechnerische Erfassung schwierig.

Die folgende Phänomene treten bei Feuchtigkeitsaufnahme auf:


  • Gewichtszuwachs
  • Sinken der Glasübergangstemperatur
  • Sinken des Elastizitätsmoduls des Matrixwerkstoffs
  • Entstehen von Quelleigenspannungen
  • Sinken der Faser-Matrix-Haftung
  • Sinken der Festigkeit des Matrixwerkstoffs
  • Steigen der Werkstoffdämpfung
  • Steigen der Bruchdehnung des Matrixwerkstoffs
  • Osmoseschäden (bei entsprechenden Konzentrationgefällen im Laminat)


Glasübergangstemperatur. Die Glasübergangstemperatur sinkt erheblich mit ansteigendem Feuchtegehalt des Verbunds. Dies kann dazu führen, dass die Glasübergangstemperatur eines Faser-Kunststoff-Verbunds unter die Betriebstemperatur sinkt. Dadurch erweicht die Matrix und das Bauteil versagt. Dieser Effekt ist besonders bei einem heiß-feuchten (hot-wet) Klima relevant. Bei der Wahl der Temperatureinsatzgrenzen des Faser-Kunststoff-Verbunds muss daher immer die zu erwartende Feuchte berücksichtigt werden. Eine konservative Absicherung kann durch den Kochtest (boiltest) erfolgen. Bei diesem Test wird das Bauteil mehrere Stunden in kochendem Wasser gelagert und anschließend im heiß-feuchtem Zustand getestet.

Mancher Skipper meint das Problem mit 5-8 Lagen Gelshield oder ähnlichen Beschichtung zu beheben. Zuerst einmal haben wir es eauch da mit Polymeren Stoffen zu tun die nicht Feuchtedicht sind. Egal ob da einer 5 0der 10 lagen streicht. Haben wir aber bereits erhöhte Feuchteansmmlungen wie z.B. in Osmoselunkern oder zwischen Laminat und Harz, dann schließen wir die Feuchte ein. Da sich Drücke bis zu 20 Bar aufbauen können, kommt es unweigerlich zu einer beschleunigten Trennung (Delaminierung) von Laminat und Harz. In vielen Fällen wäre es besser nichts zu machen, wenn die Feuchtewerte vor dem beschichten nicht entsprechend reduziert werden können. Wir also ein GFK-Boot neu beschichtet, dann ist es zwingend erforderlich, zuerst einmal die Feuchtewerte im Lminat zu bestimmen um die weiteren Anwendung zu beurteilen.

Haben wir eine Differenzfeuchte zwischen Überwasser und Unterwasser von mehr als 1%, dann sollte vorher lange genug getrocknet - entfeuchtet werden. Sicherlich wir jetzt der eine oder ander sagen, er hat da 5-8 Lagen Epoxid darüber gestrichen und es ist alles bestens nur weil z.B. keine Omosebläschen zu sehen sind. Die Blasen können auch bei solchen Schichtstärken nicht mehr entstehen, nur damit ist doch das Übel nicht beseitigt nur weil keine Blasen zu sehen sind. In der Regel entweicht dann die Feuchte über den Innenraum, was meist auf Grund der vertärkten Schimmelbildung am modrigen Geruch zu erkennen ist. Es sollte sich keiner von Versprechungen wie "Osmosefrei, Osmoseschutz", blenden lassen, denn einen Osmosesutz oder eine GFK - Yacht die Osmosefrei ist gibt es nicht, mit Ausnahme die Yacht steht in der Sahara.

Die Feuchtemessung ermöglicht also den Zustand des eigenen Bootes zu beurteilen. In südlichen Breiten bei Dauerwasserlieger ist es daher sinnvoll, das Boot alle 3-4 Jahre mindst ein halbes Jahr an Land abzustellen und dabei gut zu lüften, was dann die Feuchte bis zu 1% reduzieren kann.

Für den Erwerb eines gebrauchten Bootes ist eine solche Messung unverzichtbar wobei natürlich die Verhältnismässigkeit auch beurteilt werden muss. Wir haben in Berlin, Starnbergersee und in der Adria hunderte solcher Messungen durchgeführt. Die Ergebnisse waren besonders im Berliner Umfeld erschreckend. Nach den Feuchterwerten hatten wir es bei ca. 50% der Boote bereits mit technisch beurteilten Sondermüll zu tun. Natürlich schwimmt ein solches Boot noch Jahre lang, auch ein vollständig versifftes Haus stürzt nicht ein, nur nicht jeder möchte in einen solchen Haus wohnen.

Besonders beim Gebrauchtbootekauf kann einer im Vorfeld bereits das Risiko z.B. nicht sichtbarer osmotischer Schäden erheblich reduzieren oder eingrenzen und hat viele bereits vor erheblichen Schäden bewahrt. Natürlich wünscht sich kein Verkäufer oder Skipper der sein Boot verkauft, der nach Möglichkeit seine Sanierungsversuche noch vergolden möchte eine solche Überprüfung. Besonders wenn das Boot vor dem Verkauf - möglichst preiswert - optisch aufbereitet wird.

Siehe Gebrauchtboote- Tipp-s`

http://www.antifouling-shop.com/show...OTEKAUF-TIPP-S

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