Der Einfluss von Feuchtigkeit betrifft in erster Linie den Matrixwerkstoff, da die Überzahl der Faserwerkstoffe keine Feuchtigkeit aufnimmt. Eine Ausnahme machen Aramid- und Naturfasern. Die polymeren Matrixwerkstoffe nehmen Feuchtigkeit auf, dies betrifft sowohl die Thermo- als auch die Duroplaste. Die Feuchtigkeitsaufnahme erfolgt durch Diffusion und ist damit in einem hohen Maß von der Zeit und dem Konzentrationsgefälle abhängig. Dies macht eine rechnerische Erfassung schwierig.

Die folgende Phänomene treten bei Feuchtigkeitsaufnahme auf:


  • Gewichtszuwachs
  • Sinken der Glasübergangstemperatur
  • Sinken des Elastizitätsmoduls des Matrixwerkstoffs
  • Entstehen von Quelleigenspannungen
  • Sinken der Faser-Matrix-Haftung
  • Sinken der Festigkeit des Matrixwerkstoffs
  • Steigen der Werkstoffdämpfung
  • Steigen der Bruchdehnung des Matrixwerkstoffs
  • Osmoseschäden (bei entsprechenden Konzentrationgefällen im Laminat)


Glasübergangstemperatur. Die Glasübergangstemperatur sinkt erheblich mit ansteigendem Feuchtegehalt des Verbunds. Dies kann dazu führen, dass die Glasübergangstemperatur eines Faser-Kunststoff-Verbunds unter die Betriebstemperatur sinkt. Dadurch erweicht die Matrix und das Bauteil versagt. Dieser Effekt ist besonders bei einem heiß-feuchten (hot-wet) Klima relevant. Bei der Wahl der Temperatureinsatzgrenzen des Faser-Kunststoff-Verbunds muss daher immer die zu erwartende Feuchte berücksichtigt werden. Eine konservative Absicherung kann durch den Kochtest (boiltest) erfolgen. Bei diesem Test wird das Bauteil mehrere Stunden in kochendem Wasser gelagert und anschließend im heiß-feuchtem Zustand getestet.
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