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Thema: SILIKON - BEWUCHSSCHUTZ

  1. #1
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    Ausrufezeichen SILIKON - BEWUCHSSCHUTZ

    Silikon-Nanobeschichtungen.
    Die einzigen biozidfreien Alternativen, die im Süß- wie im Salzwasser ohne zeitliche Begrenzung gereinigt werden können. Weiterer Vorteile von Silikon-Nanobeschichtungen: Selbstreinigend ab Geschwindigkeiten von etwa 20 kn (Interessant für Speedboote und (begrenzt) für Propeller). Ohne Bewuchs haben Silikonfarben einen geringen Reibungswiderstand. Solch eine Schicht muss etwa nach etwa 5 Jahren erneuert werden. Nachteile: Silkonbeschichtungen sind nicht überstreichbar. Wer wieder wechseln möchte, muss sie komplett entfernen. Die weiche Oberfläche ist empfindlich. An diesen Problem wird gearbeitet und kann bereits bei den Championline von BASF ausgeschlossen werden.

    Beispiele verschiedener Hersteller:
    Silikon-Antihaftbeschichtung von v. Höveling unter dem Namen "Biox". "Slipway" auf PTFE (Teflon)-Basis vom gleichen Hersteller wird nur für Süß- und Brackwasser empfohlen. International hat mit "VC-17m" und "Trillux" teflonhaltige Farben. In diesen Anstrichen sind aber noch Biozide in schwacher Dosierung enthalten. Der schwedische Hersteller Lotréc entwickelte eine sogenannte hydroviskose Farbe. Sie quillt bei Wasserkontakt auf und bildet eine schleimige Oberfläche, die eine Ansammlung von Bakterien verhindert. Ohne Bakterien ist das Unterwasserschiff uninteressant für Seepocken und Muscheln. Die Farben sind laut Hersteller für alle Bootsbaumaterialien geeignet, haben eine gute Gleitfähigkeit und lassen sich meist problemlos auf Altanstriche auftragen. Jotun bietet mit "Performance" ein kupferfreies, aber biozidhaltiges Antifouling an. Ganz ohne Biozide kommen nach fünf Jahren Entwicklung die LeFant-Farben aus. "Selfpolishing 3000" aus dem Hause Sikkens ist ein Unterwasseranstrich, der sich häutet. Vorhandener Bewuchs wird auf den ersten Fahrmetern samt einer hauchdünnen Schicht abgewaschen. Verkauft wird diese Beschichtung momentan nur in den Niederlanden. "Selfpolishing 3000" soll den Unterwasserberreich eine Saison lang schützen. Fünf Jahre soll eine Entwicklung aus Japan halten. Die Firma Kansai hat einen Kunststoffüberzug entwickelt, der sich durch Ionenaustausch abpellt. Positive Natrium-Ionen aus dem Wasser wandern an die Stelle positive geladener Zink-Ionenin der Oberfläche der Farbe. Das Abwandern der Zink-Ionen weicht die oberste Schicht so sehr auf, dass sie sich ablöst.

    Auch wir können uns der weiteren Entwicklung dieser Antifoulings nicht verschließen, denn die Zukunft heißt NANO-SILIKON ohne wenn und aber. Wir werden in kürze ein Nanosilikon-System vorstellen das wie das RELEST-Marine Ecoship die Anforderungen der Industrie erfüllt. Immer mehr Blauwassersegler die einen Bewuchsschutz benötigen mit mehr als 5 Jahren in allen Gewässern, auch die neuen Schwermetallverordnungen in Schweden, Kanada, oder Bodenssee sowie auch die zunehmende Aluminiumbauweise von Yachten fordern von uns einen solchen Bewuchsschutz.

    Unser Problem ist nicht der SILIKON-Bewuchsschutz der von BASF/Relius bereits in der Berufsschifffahrt ausreichend getestet wurde und alle Erwartungen übertrifft, sondern der Preis - bzw. die Herstellungskosten - Verkaufspreise die den normalen Skipper abschrecken. Daher werden wir das Produkt vorrangig nur Yachten anbieten die für Reagatten - auch Hochseeregatten ausgelegt sind oder die Gewässer wie Bodensee - Kanada - Schweden - Australien - Neuseeland nützen wo Schwermetalle nicht zulässig sind.

    Für Regattasegler die einen Bewuchsschutz fordern und noch die zusätzlich Gleiteigenschaften erheblich verbessern wollen, wird das Antifouling beide Eigenschaften ermöglichen, was bei den Teflon-Beschichtungen nicht möglich ist, da Teflon keinen tierischen Bewuchs vermeiden kann. Diese Nano-Silikonbeschichtungen ermöglichen eine Bewuchsschutzdauer mit mehr als 5 Jahren. Wird der Anstrich erneuert, dann muss der Altanstrich vorher beseitigt werden sonst gibt es Haftungsprobleme.



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  2. #2
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    Daumen hoch AW: SILIKON - BEWUCHSSCHUTZ

    Eine Alternative zu biozidhaltigen Antifoulings stellen Unterwasseranstriche auf Siliconbasis (Foul-Release-Beschichtungen) dar, deren Oberflächeneigenschaften Aufwuchs effektiv reduzieren können. Die Produkte bestehen aus einer Siliconharzmatrix und können inkorporierte Siliconöle enthalten, die nicht fest in der Matrix gebunden sind. Die freien Siliconöle dienen als Weichmacher in den Beschichtungen (geringere Reibung, höhere Flexibilität) und verbessern die Antihaft-Wirkung. Eine
    kontinuierliche Freisetzung der Siliconöle ist möglich, jedoch in vielen Produkten zum Erhalt der Wirksamkeit über eine Lebensdauer von mindestens fünf Jahren minimiert. Siliconpolymere, z.B. Polydimethylsiloxane (PDMS), gehören zu den organischen
    Siliziumverbindungen (organo silicone compounds, OSC). In Abhängigkeit von ihrer Molekülgröße und -struktur (Polymerisationsgrad) weisen Silicone ein breites Spektrum an Eigenschaften auf und werden vielseitig eingesetzt. Gemeinsam ist ihnen eine ausgeprägte thermische und chemische Beständigkeit. Die sehr große Persistenz führte 1972 zu einer Einstufung von OSC als besonders gefährliche Stoffe, deren Eintrag in die Nordsee grundsätzlich untersagt war. 1985 wurden OSC, aufgrund hoher Persistenz und geringer Toxizität, bewertet als Stoffe die möglichst nicht in das Meer eingebracht werden sollen . PARCOM stellte 1992 in der Entscheidung 92/3 über Ersatzstoffe für PCBs fest, daß PDMS trotz der hohen Persistenz ’low concern’ darstellen, weil sie in der Wasserphase nicht toxisch seien und nicht bioakkumulieren.

    Foul-Release-Beschichtungen auf Siliconbasis
    Foul-Release-Beschichtungen auf Siliconbasis gehören zu den nicht erodierenden Antihaft-Beschichtungen und sind zumeist aus mehreren Schichten aufgebaut. Zum Korrosionsschutz und zur Verbindung der Antihaft-Beschichtungen mit dem Schiffsrumpf sind geeignete Voranstriche, u.a. mit siliconhaltigen Primern, notwendig. Die eigentlichen Antihaft-Beschichtungen sind komplexe Formulierungen, deren Zusammensetzung und Identität der Bestandteile gut gehütete Firmengeheimnisse sind. Das Siliconelastomer bildet nach der Applikation eine gummiartige Schicht auf dem Schiffsrumpf, die außer durch mechanische Einwirkungen, z.B. durch Abrieb an Kaianlagen oder bei Eisgang, nicht ins Wasser gelangt. Wenn es zu Ablösungen kommt, handelt es sich um Gummipartikel, die keine Löslichkeit aufweisen, aber außerordentlich persistent sind. Weil ungefüllte Siliconelastomere nur eine geringe mechanische Haltbarkeit aufweisen, werden vielen Produkten zur Stabilisierung bis zu 50% Füllstoffe, z.B. CaCO3 in RTV11® oder TiO2 und Fe3O4 in Intersleek 425®, hinzugefügt. Als Weichmacher dienen häufig PDMS, welche, wie auch zusätzlich inkorporierte hydrophobe Flüssigkeiten, die Wirksamkeit erhöhen.

    Foul-Release-Beschichtungen auf Siliconbasis entfalten ihre Wirkung über einen sogenannten Selbstreinigungsmechanismus: Aufgrund der geringen Oberflächenspannung (freie Oberflächenenergie), in Kombination mit den wasserabweisenden (Hydrophobie), flexiblen (Elastizität) und mikro-rauhen Eigenschaften des Materials, kann es zwar zu einer Bewuchsansiedelung kommen, aber die Adhäsion der Organismen ist nur gering (Antihaft-Wirkung). Die lose angehefteten Organismen können mechanisch, z.B. durch Abwischen (Bürsten, Wasserstrahl <50 bar, und hydrodynamisch, z.B. durch Anströmung bei Fahrtgeschwindigkeiten ≥15 Knoten, entfernt werden. Bei zu langen Standzeiten oder ohne ausreichende Anströmung kommt es zu großflächigem Bewuchs bis zu einem Bedeckungsgrad von 100%, der aber, außer bei Beschädigungen der Beschichtung, bei ausreichender Fahrt wieder abfällt. Damit sind Siliconbeschichtungen für 10-20% des Schiffbestands geeignet, nicht aber für Schiffe mit geringer Geschwindigkeit und Fahrleistung.

    Die charakteristischen Eigenschaften von wirksamen Antihaft - Beschichtungen auf Siliconbasis lassen sich wie folgt zusammenfassen:
    • Die Beschichtung hat eine minimale Oberflächenenergie (20 und 27 m N/m).
    • Die Beschichtung hat ein möglichst geringes Elastizitätsmodul bei ausreichender mechanischer Stabilität.
    • Die Beschichtung ist stabil unter marinen Bedingungen und weist keine Hydrolyse auf, wodurch sowohl Masse verloren ginge als auch eine rauhe Oberfläche entstünde.
    • Die Beschichtung ist so dick, daß die Foulingorganismen durch Abreißen (Kräfte senkrecht zur Oberfläche) und nicht durch Abscheren (Kräfte waagerecht zur Oberfläche) abgelöst werden können.
    • Die Beschichtung ist sehr glatt.

    Wie bereits angekündigt, werden wir demnächst ein Silikon-Nano-Produkt unseren Kunden für besondere Anwendungsfälle anbieten, das einen Bewuchsschutz von mehr als 5 Jahren ermöglicht. Bei diesen Produkt handelt es sich um ein 3 komp. System mit dem alle deutschen U-Booote gestrichen werden. Das AF hat wei eineHaifischhaut ähnliche Egenschaften, ist auch Hyrophob - Wasserabstossend. Die genauen Spezifikationen für Geschwindigkeit, Auslastung, Temperatur usw. sind uns noch nicht bekannt. Was die Bewuchsschutzdauer betrifft, die wird von keinen Antifouling erzielt. Das einzige was wir im Augenblick noch sagen können, dass diese Silkon- Nanobeschichtungen optimale Gleiteigenschaften im Wasser haben, die bei weiten die PTFE-Beschichtungen übertreffen und daher für Regattasegler sehr interessant werden. Die Reduzierung des Reibungswiederstandes verbessert nun mal die Gleiteigenschaften von Motor und Segel-Yachten was natürlich bei Regatten von Yachten (keine Jollen) einen Vorteil schafft und wo es weniger auf die Kosten solcher Beschichtungenm ankommt. Bevor wir aber "JA" sagen müssen wir noch mehr darpber wissen. Im Augenblick ist im Grunde alles geheim, denn es geht um einen Markt von mehr als 56 tausend Handelsschiffen. Der Sportbootmarkt wird von diesen Herstellern vernachlässigt, aber es kann durchaus möglich sein dass wie bei den SPC-Antifoulings sich doch neue Möglichkeiten auftun werden.
    Admin

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