Bleimennige wurde schon in der Antike benutzt und später als Rostschutzmittel verwendet. Die chemische Zusammensetzung ist Pb3O4 oder Pb2PBO4, jedoch wird Bleimennige als Rostschutzmittel nicht in reiner Form, sondern als Mixtur mit anderen Mitteln, z.B. Leinölfirnis benutzt.

Wegen seiner roten oder rotbraunen Farbe wird die Bleimennige auch als Bleirot, Pariser Rot, Saturnrot bezeichnet.

Verwendung:
Im Alltag findet Mennige im Gemisch mit Leinöl und Harzen Verwendung als Rostschutzmittel. Eisen wird durch die Anwesenheit von Sauerstoff und Feuchtigkeit korrodiert. Die rostschützende Wirkung von Mennige beruht auf der Anwesenheit von vierwertigem Blei, das durch das primär gebildete zweiwertige Eisen reduziert wird. Dabei bilden sich Blei(II)hydroxid und Eisen(III)hydroxid ( Reaktionen die schwerlöslich sind und auf dem Eisen eine Schutzschicht bilden. Das Leinöl besitzt Doppelbindungen, die vom Luftsauerstoff angegriffen werden. Es erfolgt eine radikalische Polymerisation der Fettsaüremoleküle zu einem festen, hochmolekularen Harz.

Bleimennige basiert auf Bleiweiß und wurde bereits in der Antike benutzt. Die Römerin verwendeten es in Kosmetik-Artikeln. Und so lange es benutzt wird, so lang ist auch die Geschichte der Bleivergiftungen, die Menschen davon getragen haben. Bei Schiffen und Booten wurde Bleimennige auch oft für den Holzschutz, auch im Innenbereich benutzt. Bei der Restaurierung alter Boote und Schiffe ist also auch dann Vorsicht angebracht, wenn Holzteile oder Stahlteile mit einer verdächtig braunen oder rotbraunen Farbe behandelt wurden. Wir erhalten immer wieder Fotos von alten Stahl-Yachten die bereits mehr als 30 Jahre auf dem Buckel haben und immer wieder mit Bleimennige im Innenbereich gestrichen wurden. Meist wurden dann die Beschichtungen mit einer Art Bitumen versiegelt. Es ist wirklich erschreckend, wenn wir oft die Beiträge und Empfehlungen von Hobby-Restauratoren in den verschieden Foren lesen, wo einer meint mal schnell so ein altes Stahlboot zu restaurieren. Da schützen sich dann Skipper mit einer Staubmaske und schleifen alte Bleimennige- Beschichtungen und mit Benzo(a)pyren angereicherte Bitumen- Beschichtungen ab. Bereits geringe Mengen die auch über die Haut oder Atemluft aufgenommen werden, verursachen bleibende Schäden. Es bedarf doch wirklich keiner Aufklärung im Internetzeitalter bei erwachsenen Menschen, dass wir es mit Toxyden zu tun haben, denen sich kein normaler Mensch aussetzen würde.

Der Nutzen von Bleimennige beim Rostschutz von Metallen ist sehr umstritten und beruht vermutlich zu einem großen Teil auf die Legende, die auch heute noch oft zu lesen ist und vielen Internetforen immer wieder kolportiert wurde, daß Bleimennige der beste Rostschutz ist. Dabei wird vor allem gerne übersehen und vergessen, daß Bleimennige diesen guten Ruf vor allem in Zeiten erreichte, als es kaum Alternativprodukte gab, die heute für einen erheblich wirkungsvolleren, aber ökologisch und gesundheitlich unbedenklicheren Rostschutz anbieten.

Davon abgesehen lässt sich Bleimennige mit fast keinem 2K-Lack oder gar Alcydlack überlackieren. Die Empfehlung im parsimony das Bleimennige mit Epoxy überzulackieren ist der typische Foren- Unsinn von etwas unbedarften Moderatoren, die wir zur Genüge auch aus den anderen Foren kennen. Da wird dann unter anderem empfohlen, ein hochwertiges teures Produkt was recht hart wird und ansich schon einer der besten Korrosionsschutz- Beschichtungen ist über ein sehr weiches billiges Bleimennige- Produkt drüber zu streichen was nicht halten wird, aufgrund der geringen Haftung auf Stahl. Es gibt aber Bereiche wo wir es trotzdem noch empfehlen. Z.B. bei Stahl-Yachten als Trennmittel bei den rostfreien Relingstützen, Ein - und Auslassventilen, bei unterschiedlichen Stählen wie z.B. Stahlguß zu einen höherwertigen Stählen. Bleimennige ist in Deutschland nicht verboten, wird aber nur noch von wenigen Händlern an Fachkräfte mit entsprechenden Nachweis verkauft.

Symptomatik:
Der Stoff kann inhalativ oder oral aufgenommen werden. Bereits bei einer Temperatur von 20°C kommt es sehr schnell zu einer toxischen Kontamination der Luft. Nach einer wiederholten oder länger andauernden Einwirkung sind Schädigungen des Blutes, der Nieren und des zentralen Nervensystems möglich. Es kann sich eine Anämie entwickeln. Die Fortpflanzungsfähigkeit ist stark beeinträchtigt.

Vorsichtsmaßnahmen:
Die Haut und die Augen sind mit geeigneten Schutzmaterialien - Schutzanzügen zu schützen. Beim Personenschutz muss das Atemschutzgerät mindestens einen P3-Filter haben. Wird gestrahlt, dann nach Möglichkeit mit Stahlstiften (2-3 mm). Über zentrifugieren kann dann die Bleimennige vom Strahlgut getrennt werden und wird entsprechend über den Sondermüll entsorgt.

ADMIN