Es gibt einen Prozess, der die Bildung von Blasen verhindert, und der zunächst erklärt werden muss: Einige WSM werden in das Polymer absorbiert, wenn Wasser einzudiffundieren beginnt. Diese sind nicht gefährlich, solange sie nicht konzentriert auftreten. Ein ‚Auslaugen‘ oder ‚Extraktion von WSM aus Gelcoat und Laminat‘ während der Wasserliegezeit genanntes Phänomen spielt eine wichtige Rolle für die Bildung von Blasen. Wenn man Kaffe oder Tee macht, dann bedient man sich der Extraktion: Das heisse Wasser Extrahiert lösliche Geschmacks- und Farbstoffe aus den Bohnen oder Blättern, zurück bleibt Kaffeesatz oder verbrauchter Tee. Auf die gleiche Weise kann Wasser bestimmte WSM aus dem Rumpf extrahieren. WSM-Einheiten werden von schwachen Kräften auf den Polymerketten gebunden.

Diese Kräfte können von den Wassermolekülen überwunden werden. Wenn Wasser in den Rumpf diffundiert, löst es die WSM vom Polymer, umgibt sie mit Wasser und verhilft ihnen dazu, ihren Platz zu verlassen und sich nach außen zu bewegen. Ursprünglich nimmt das Gewicht der Proben zu, da Wassermoleküle in das Polyesternetzwerk hinein wandern. Nach 600 Stunden Eintauchzeit beginnt die Probe jedoch wieder, Gewicht zu verlieren. Dieser Gewichtsverlust wird durch Extraktion und Auslaugen von WSM aus dem Rumpf verursacht. Nach sehr langer Zeit, mehr als 4.000 Stunden, können auch Teile des Polymernetzes und einige Teile des Glases angegriffen und ausgelaugt werden. Der Zeitpunkt, an dem der Gewichtsverlust die Wasseraufnahme übersteigt entspricht ungefähr einem Jahr in warmem Wasser von 25°C und drei Jahren in kaltem Wasser von 12°C.

Auslaugen kann Haarrisse oder Brüche im Gelcoatmaterial verursachen. Während des Auslaugens schrumpft das Polyester. Durch das Schrumpfen der Oberfläche bilden sich kleine Brüche. Wenn sich das Auslaugen fortsetzt, breiten sich die Brüche aus und kreuzen sich, so dass sich die typischen Haarissmuster einstellen. Gegenwärtig erhältliche Gelcoats sind bemerkenswert frei von Auslaugung. Von acht Gelcoats, die im Rahmen einer Studie untersucht wurden, zeigte nur eines einen schweren Fall von Haarrissbildung an, und das war ein experimentelles Material. Übermäßiges Auslaugen verhindert die Bildung von Blasen. Um Blasen zu bilden, müssen die WSM im Laminat eingeschlossen bleiben. Die einwärtsgerichtete Bewegung der Feuchte und gleichzeitig die Unfähigkeit der WSM, nach außen zu wandern, sind Bedingung um einen osmotischen Druck aufzubauen, der das Blasenwachstum verursacht.

Wenn die WSM aus dem Material herauswandern können, während das Wasser eindiffundiert, können sich keine Blasen bilden. Viele der älteren Polyesterboote, die keine Blasen entwickelt haben, aber Haarrisse aufwiesen, waren möglicherweise aus auslaugbarem Polyester hergestellt. Die Gruppe an der Universität von Rhode Island hat eine Methode entwickelt, um die Auslaugbarkeit von WSM zu verbessern und so die Bildung von Blasen zu verhindern. Zu diesem Zeitpunkt ist jedoch noch unbekannt, wie sich poröses Gelcoat auf die Langzeitstabilität von Polyester auswirkt. Die Forschungen zu diesem Punkt dauern an.

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