Osmose ist also bei allen GFK-Yachten gegenwärtig......

.......und auch Ernst zu nehmen. Einen 100% Schutz gibt es nicht, es ist aber möglich einmal durch die Verwendung entsprechender Materialien und besonders bei der Wartung und Erneuerung der Bewuchsschutzsysteme die Standzeiten bei osmotischen Schädigungen erheblich zu erhöhen.

Entscheidend für Osmose "Früher oder Später" ist zuerst einmal bei der Herstellung die Harzqualität und die Verarbeitung auf die der Skipper oder Eigner keinen Einfluss hat. Grundsätzlich kann Heute davon ausgegangen werden, dass die Yachten bei den bekannten Herstellern in höchster Harz-Qualität hergestellt werden. Was die Verarbeitung betrifft, da gibt es noch erhebliche Unterschiede, die eine osmotische Gefahr entsprechend erhöhen. Da muss mancher Yacht- Hersteller noch lange üben, bis er zum Beispiel den Standard in Giebelstadt erreichen wird. Es mag ja sein dass auch einmal eine Bavaria betroffen ist, aber bei 100 - 120 Anfragen im Jahr war in den letzten 4 Jahren keine Einzige Bavaria betroffen. Grundsätzlich kann auch bei den meisten anderen Yachten in den meisten Fällen davon ausgegangen werden, dass die Osmoseschädigung selbst verschuldet wurde und nicht Herstellerbedingt ist.

Da wurde im Yacht-Forum die Frage gestellt, "Osmose bei Bavaria...?"

Die Bavariahersteller in Giebelstadt verwenden seit den 80-ziger Jahren ein ISO-Harz, pulvergebundene Matten, eine Barriere mit Neopentylglycol und einen Gelcoat Vinylesterharz mit Neopentylglykol. Wenn also eine solche Beschichtung noch versiegelt wird mit einem PVC-Vinyl, dann wird dieses Boot auch nach 25 - 30 Jahren noch keinen wesentliche Osmoseschaden haben. Auch z.B. die Bayliner werden entsprechend gefertigt, daher wird einer kaum einen Bayliner finden mit Osmoseschaden. Bei einem französischen Großherstellermüssen müssen bei Booten bis in die 90-ziger Jahre erhebliche Abstriche gemacht werden, auch ein größerer Hersteller in Norden von der BRD der einen Teil seiner Yachten in Polen laminieren lässt hat da sichtliche Probleme. Auch Feuchtemessungen haben bei Yachten gezeigt, dass die Werte bei verhältnismäßig neuen Booten weit über den Werten einer 15 Jahre alten Bavaria oder Bayliner liegen.

Besonders auffällig ist eine Zunahme von Osmoseschäden seit Mitte der 90-ziger Jahre bis Heute, dabei noch bei Booten die im Winter im Winterlager verbringen, was je bekannterweise die Osmosereaktion verhindert oder reduziert, obwohl die meisten hochwertigen Yachten mit den entsprechenden Harzen gefertigt werden. Damit stellt sich natürlich die Frage, warum sich trotz gleichen Beschichtungsaufbau und Verarbeitung bei gleichen Standort die Harze unterschiedlich verhalten. Natürlich lassen sich Fehler bei der Herstellung niemals ausschließen, nur die Fehler sind bei der Heutigen Serienproduktion nur noch selten und in der Regel meist beim Eigner oder Skipper zu suchen. Das Problem für eine Beschädigung des Gelcoat ist die Verwendung von Beschichtungen - Grundierungen und Bewuchsschutzmitteln die ein anhaften von Mikroorganismen verhindern sollen.

Damit wird der Gelcoat der aus einem Vinylesterharz mit Neopentylglykol zur wichtigsten Barriere gegen Feuchtigkeit. Diese Barriere bildet bei der chemischen Reaktion ein molekulares Netz aus, das auch als ein Riesenmolekül bezeichnet wird. Diese Harze haben aber das Problem einer Erosion durch die Ionisierung von Sauerstoff und der UV-Strahlung. Wenn also diese Harze vor dieser Erosion geschützt werden, dann erhöht sich natürlich entsprechend die Lebensdauer solcher Harze, da die Eigenschaften nahezu erhalten bleiben. Der Schutz dieser Harze ist also eine Säurefeste und besonders feuchedichte Beschichtung. Diese Eigenschaften haben aber nur die PVC-Vinyle aus dem auch die Elektroisolierungen bestehen oder PU - PUR - Polyurethan-Acryl, das wie das PVC-Vinyl Feuchtedicht, säureresitent und besonders UV-Beständig sind.

Viele sind der Meinung, dass auch Epoxyde wie Gelshield - VCTar2 usw. die gleichen Eigenschaften haben und beschichten damit bis zu 10 Lagen das Vinylesterharz mit Neopentylglykol im Glauben den Gelcoat zu schützen. Das wird dann von den Vertretern als Osmosepropylaxe bezeichnet was natürlich vollkommener Quatsch ist. Alle Epoxyde erodieren und ionisieren was durch das kreiden angezeigt wird unterschiedlich schnell je nach Epoxydart. [B]Ohne ausreichenden Schutz verlieren alle Epoxyde nach ein paar Jahren Ihre Feuchtedichte, verspröden und sehen dann so aus wie auf dem Bild unter http://www.antifouling-shop.com/showthread.php?t=1356 Besonders erschwerend ist dann noch, wen diese nicht wie vom Hersteller vorgegeben bei 40°C für 15 Stunden getempert werden.

Ich muss also nicht extra betonen, dass Epoxyde auf Dauer keine Osmosepropylaxe oder ein Osmoseschutz sind. Diese Art von Beschichtungen machen Sinn, wenn es darum geht den Gelcoat vor mechanischen Schäden zu schützen, aber nicht bei einen Boot der Sportbootschifffahrt. Da muss der Gelcoat vor der Erosion - Ionisierung - Sauerstoff sowie der Feuchte weitgehend geschützt werden und das ist mit einem Epoxyd nun mal nicht möglich.